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Pressemitteilung: Cornonakrise beeinflusst auch Nichtprüflinge

Die Coronakrise stellt sowohl die Gesellschaft als auch das Schulsystem vor große Schwierigkeiten. Während in den letzten Wochen vor allem die Abschlussklassen im Vordergrund standen, dürfen auch die anderen Schüler*innen nicht vergessen werden. „Alle Jahrgänge sind von den Konsequenzen des E-Learnings und dem Ausfall des Unterrichts betroffen. Hier müssen sowohl kurzfristige als auch langfristige Lösungen gefunden werden, um diese Schüler*innen nicht gegenüber früheren Jahrgängen zu benachteiligen“, erklärt Johanna Börgermann aus dem Vorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW). Weiterlesen

Pressemitteilung: In der Schule lernen wir den Umgang mit Corona: alle können es mit nach Hause nehmen

In NRW werden immer mehr Schüler*innen laut und fordern, dass die Schulen wieder schließen sollen. „Das Infektionsrisiko besteht und die Schutzmaßnahmen können an vielen Schulen nicht eingehalten werden“, mahnt Sophie Halley aus dem Vorstand der LSV NRW.

Auch die Abschlussprüfungen können nicht stattfinden, ohne das der Infektionsschutz an vielen Schulen in NRW missachtet wird. Dennoch hält die Regierung an den Prüfungen fest.

Schulboykott NRW ist einer von vielen Zusammenschlüssen von Schüler*innen, der zusammen mit der Landesschüler*innenvertretung NRW die sofortige Schließung der Schulen und eine Wahlmöglichkeit für die Schüler*innen bei den Prüfungen fordert. „Schüler*innen sollen sich selbst entscheiden können, ob sie Prüfungen ablegen oder ein Durchschnittsabitur bekommen, gleiches soll für die zentralen Abschlussprüfungen gelten. Nur so können die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schüler*innen in der Krise berücksichtigt werden“, so David-Luc Adelmann Mitgründer von Schulboykott, „außerdem können zum jetzigen Zeitpunkt notwendige Hygienemaßnahmen nicht flächendeckend eingehalten werden, daher müssen die Schulen geschlossen werden.“ Weiterlesen

Pressemitteilung: Erster Schultag zeigt: die Regierung spielt Russisch Roulette mit den Prüflingen

Schon am 30. März warnte die LSV NRW vor verfrühtem Unterrichtsbeginn. Der gestrige Tag, welcher der erste Schultag nach den „Coronaferien“ war, bestätigte die Befürchtungen. Viele Schulen waren noch nicht auf den Unterrichtsbeginn vorbereitet und die Hygienevorschriften wurden teils vollkommen außer Acht gelassen. So fühlte sich eine überwältigende Mehrheit am 23. April in ihrer Schule nicht sicher (nicht repräsentative Instagram Umfrage).

An einigen der Schulen wurden die ausgearbeiteten Hygienekonzepte jedoch auch zufriedenstellend ausgeführt. So wurden sogenannte Einbahnstraßen eingerichtet, es gab Händedesinfektionsmittel und die Tische, Türen und Räume wurden nach Benutzung desinfiziert.
Leider fehlte es an vielen Schulen sowohl an einem Raumnutzungskonzept, als auch an rudimentären Hygieneartikeln wie Seife oder Papierhandtüchern. Teilweise wurden an Schulen die Räume sogar ohne Pause nacheinander genutzt, Gäste in den Gruppen zugelassen, oder der Mindestabstand bei der Raumplanung außer Acht gelassen. Auffällig ist, dass Schulen, die finanziell besser gestellt sind (so etwa Privatschulen), durchschnittlich bessere Vorkehrungen treffen. An manchen Schulen gab es nämlich sowohl ausgereifte Konzepte, als auch genügend Hygieneartikel. Damit schafften sie eine bestmögliche Lernatmosphäre. Anderen Schulen war es jedoch gar nicht möglich, am 23. April zu öffnen, oder sie taten es trotz fehlender Vorkehrungen und schafften so keine Umgebung, in der man sich auf das Lernen konzentrieren kann. Dementsprechend bildet sich durch die unterschiedliche Umsetzung der Hygienemaßnahmen erneut eine Zweiklassengesellschaft. Es gibt also Schüler*innen, deren Schule sich die Hygiene leisten kann, und andere Schüler*innen, die zwischen der Prüfungsvorbereitung und ihrer eigenen Gesundheit abwägen müssen – wenn sie überhaupt die Wahl haben. Weiterlesen

Pressemitteilung: Wer besser sieht braucht weniger Geld

Die Landesregierung plant eine Erhöhung des zulässigen Eigenanteils für Erziehungsberechtigte in Bezug auf die Finanzierung von Lehrmitteln. Gleichzeitig soll der von den Erziehungsberechtigten zu bezahlende Eigenanteil des Schüler*innen Tickets steigen. „Die Bildung wird also teurer“, so Johanna Börgermann aus dem Vorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW, „für wohlhabende Menschen ist das schlimmstenfalls ein Ärgernis, aber bei Menschen die ein geringes Einkommen haben und andere, die unter Armut leiden, kann diese Erhöhung schlimme Konsequenzen bedeuten. Dabei sorgen alleine die aktuellen Kosten in der Schule schon dafür, dass viele Familien finanzielle Probleme haben und ihre Kinder nicht zur Nachhilfe oder mit auf die nächste Klassenfahrt schicken können“.

Auch die OECD hat im Rahmen der Pisa-Studie 2018 zum wiederholten Mal festgestellt, dass der Bildungserfolg in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Ländern überdurchschnittlich stark von der sozialen Herkunft der Schüler*innen abhängig ist „Ein Grund dafür ist, dass Bildung nicht kostenfrei ist“, kommentiert Sophie Halley, ebenfalls im Landesvorstand, „Alle Schüler*innen müssen die gleichen Chancen auf gute Bildung haben. Dementsprechend darf Bildung nichts kosten, denn ansonsten bestimmen die sozialen Hintergründen der Schüler*innen über ihren Bildungserfolg.“ Weiterlesen

Pressemitteilung: Gesundheit an erster Stelle: Kein verfrühter Unterrichtsbeginn für niemanden!

Während man seit den Schulschließungen im März den Eindruck haben konnte, dass die Gesundheit der Schüler*innen, Lehrer*innen und weiteren Mitarbeiter*innen im Schulsystem handlungsleitend für das Ministerium für Schule und Bildung war, deuten die aktuellen Entscheidungen in NRW darauf hin, dass nun alles getan werden soll, um „die Wirtschaft“ möglichst bald wieder ins Laufen zu bringen. Anders lässt sich der Sonderweg, den Ministerpräsident Laschet und Ministerin Gebauer nun einschlagen, nicht erklären: Die Schüler*innen sollen ab Donnerstag, 23.4., in die Schulen geschickt werden – und das, ohne dass ein nennenswertes Hygienekonzept und andere notwendige Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Unterrichts gegeben sind. Eigentlich sollte auch für Nicht-Virolog*innen klar sein, dass man nicht weniger anfällig für das Corona-Virus ist, weil man in naher Zukunft das Abitur oder eine Zentrale Prüfung ablegen wird. Daher lehnt die LSV NRW den geplanten verfrühten Unterrichtsbeginn uneingeschränkt ab. Mit den folgenden Punkten möchten wir auch angesichts der vielen Nachrichten, die uns erreicht haben, der Schüler*innenstimme Gehör verschaffen:

Notwendige Infektionsschutzmaßnahmen sind nicht realisierbar
Dank der Arbeit von Expert*innen wurden Hygienemaßnahmen erarbeitet, die eine zu schnelle Ausbreitung des Virus verhindert haben, sodass eine zum Kollaps führende Überlastung des Gesundheitssystems weitestgehend verhindert werden konnte. Dennoch sind medizinische Einrichtungen weiterhin stark belastet. Entsprechend begrüßt die LSV NRW viele der aktuellen Maßnahmen, wie den Sicherheitsabstand und die verstärkte Handhygiene sowie die Schließung der Schulen. Weiterlesen

Bildungspolitische Forderungen in der Coronakrise

Die Corona-Pandemie hat die gesamte Gesellschaft auf den Kopf gestellt, viele Probleme verursacht und Fragen aufgeworfen, für die es schnelle Antworten braucht. An vielen Stellen hat sich die LSV NRW schon geäußert und Forderungen gestellt. Im Folgenden möchten wir, wie angekündigt, unsere Position zu den Zentralen Prüfungen noch einmal näher erläutern. Darüber hinaus möchten wir aber auch deutlich machen, dass die aktuelle Krise bildungspolitische Nachwirkungen haben wird. Probleme, die nicht tagesaktuell sind, die aber auch naher Zukunft gelöst werden müssen. Entsprechend folgen einige weitere Ausführungen, mit denen wir zunächst aus unserer Sicht zentrale Fragen „nach Corona“ antworten möchten.

#1 Zentrale Prüfungen
Neben den Abiturient*innen sind auch die Schüler*innen, welche dieses Jahr die Zentralen Prüfungen (im folgenden ZP genannt) schreiben, besonders von dem Schulausfall betroffen. Dies führt nicht nur dazu, dass die Prüflinge sich klausurrelevante Inhalte selber beibringen müssen, sondern belastet die betroffenen Schüler*innen natürlich auch psychisch aufgrund der großen Herausforderung und Erwartungen, die an sie gestellt werden. Vor allem in der zehnten Klasse ist das Curriculum so geplant, dass Schüler*innen bis kurz vor den Prüfungen deren Inhalte erlernen.

Außerdem kritisiert die LSV NRW, dass die Prüflinge aufgrund des Schulausfalls mit noch unterschiedlichen Voraussetzungen in die Prüfungen gehen. So wird ein*e Schüler*in, welche aus einer sozial schwächeren Familie kommt, nicht die finanziellen Mittel zur notwendigen Unterstützung haben. Zudem haben manche Schüler*innen keine Unterstützung beim Lernen falls ihre Erziehungsberechtigten nicht über das benötigte Wissen verfügen. Auch das Konzept des digitalen Lernens ist zu kritisieren, da sich nicht jeder Haushalt digital ausstatten kann. Hier müssen also Lösungen gefunden werden, welche die ZPs so fair wie möglich machen. Weiterlesen

Pressemitteilung: Verpflichtender Unterricht ist wie ein Händedruck, um das Kontaktverbot zu besiegeln

Verpflichtender Unterricht ist wie ein Händedruck, um das Kontaktverbot zu besiegeln

Die Corona-Krise hat unsere Gesellschaft nachhaltig auf den Kopf gestellt und die durch neoliberale Sparpolitik geschaffenen Probleme in vielen Bereichen deutlich gemacht: In Krankenhäusern, auf dem Wohnungsmarkt, aber auch in Schulen. Schulischerseits sind nun besonders die Abitur- und Abschlussjahrgänge in hohem Maße von der Krise betroffen. In ganz NRW sind die Schulen seit zwei Wochen geschlossen, der Verlust der Unterrichtszeit ist vor allem für Schüler*innen belastend, die einen Abschluss erwerben wollen. Seit Wochen schweben die Schüler*innen in Unwissenheit, wie sich die Situation entwickeln wird. Nun hat sich das MSB in Form einer Schulmail geäußert. Trotzdem bleiben manche Details unklar.

Die LSV begrüßt, dass auf verpflichtende Abweichungsprüfungen schon in diesem Jahr verzichtet wird. Außerdem sieht sie es positiv, dass das Ministerium ihrer Forderung, Unterricht für Abiturient*innen anzubieten, nachgekommen ist, sofern das zum gegebenen Zeitpunkt mit dem Infektionsschutz vereinbar sein wird.
Allerdings kritisiert die LSV NRW scharf, dass dieses Unterrichtsangebot nun verpflichtend geplant ist – wie aus einzelnen Schulen zu hören ist – und möglicherweise auch die Zulassung zu den Prüfungen von Leistungen in diesen drei Wochen abhängig gemacht werden soll: „Gerade für die Abiturient*innen ist dieser Unterricht wichtig, um den letzten Stoff durchzuarbeiten. Jedoch ist es in dieser Zeit nicht angebracht, die Abiturient*innen in den Unterricht zu zwingen. Zu groß sind die Ängste vor einer Infektion durch das Virus.“, kritisiert Moritz Bayerl, aus dem Landesvorstand der LSV NRW. In letzter Zeit erreichen die LSV NRW viele Nachrichten von besorgten Abiturient*innen, die sich über das Vorgehen des Ministeriums beschweren, denn dass „die Entscheidung des Kultusministeriums per Telefonkonferenz getroffen wurde, um möglichen Ansteckungen vorzubeugen, zeigt einen erschreckenden Widerspruch in sich selbst, wenn Schüler in einem Monat dennoch zusammen kommen und Prüfungen ablegen sollen.“, so ein Schüler per E-Mail. Dieses Unverständnis lässt sich auf den nun verpflichtenden Unterricht für Abiturient*innen übertragen. „Teils existenzielle Ängste, die Gefahr einer Ansteckung und die Angst davor – das alles spricht rational gegen eine Verpflichtung, zum Unterricht zu gehen“, ergänzt Sophie Halley, auch Abiturient*in und im Landesvorstand. Weiterlesen

Pressemitteilung: Verschiebung von Prüfungen – aber nicht ohne Wahlmöglichkeit!

Verschiebung von Prüfungen – aber nicht ohne Wahlmöglichkeit!

Die Landesschüler*innenvertretung NRW begrüßt einzelne Entscheidungen des MSB zu den Abschlussprüfungen 2020, sieht aber an zahlreichen Stellen Verbesserungsbedarf: „Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangssituationen der Schüler*innen halten wir an der Forderung fest, dass diese individuell darüber entscheiden, ob sie eine Abschlussprüfung ablegen oder ein sogenanntes “Durchschnittsabitur” erhalten möchten.“, so Landesvorstandsmitglied und angehende Abiturientin Sophie Halley, „Dass Abweichungsprüfungen nur auf freiwilliger Basis durchgeführt werden sollen, ist hingegen eine gute Entscheidung. Leider sieht das MSB aber mehrere Maßnahmen vor, die wir im Interesse der Schüler*innen ablehnen.“

„Die Wahlmöglichkeit – “Durchschnittsabitur” oder Prüfungen wie üblich – ist aus mehreren Gründen sinnvoll.“, erklärt Johanna Börgermann, ebenfalls Landesvorstandsmitglied: „Zum Beispiel sinkt die Infektionsgefahr, weil nicht alle Schüler*innen an den Klausuren teilnehmen, und die Schüler*innen, die durch die Corona-Krise psychisch belastet sind – z.B. aufgrund von Erkrankungen naher Verwandter -, laufen nicht Gefahr, in den Prüfungen unter ihren Möglichkeiten zu bleiben.“

Des Weiteren kritisiert die LSV NRW, dass die Lehrkräfte nicht – wie von der LSV NRW am 26.3. gefordert – die Möglichkeit erhalten, aus einer größeren Anzahl von Klausuren die für ihre Lerngruppe passenden auszuwählen. „Selbst wenn Frau Ministerin Gebauer in Aussicht stellt, dass die Schüler*innen nach den Ferien in der Schule mit ihren Lehrer*innen gemeinsam die Prüfungen vorbereiten können, ist doch fraglich, ob alle daran teilnehmen werden, da viele vermutlich Angst vor Ansteckung haben oder weil ihre Eltern nicht wollen, dass sie sich dieser Gefahr aussetzen.“, so Sophie Halley.

Als besonders problematisch sieht die LSV NRW zudem, dass durch die Schulschließungen ausgefallene Vorabiturklausuren in der kurzen Zeit zwischen dem Ende der Osterferien und dem Beginn der (verschobenen) Abiturprüfungen nachgeholt werden sollen. „Das stellt eine unzumutbare Härte für die betroffenen Schüler*innen dar, die ja keinerlei Schuld daran haben, dass sie die Klausuren nicht schreiben konnten“, protestiert Johanna Börgermann. Weiterlesen

Abiturprüfungen in Zeiten von Corona: Forderungen der LSV NRW

Wie in unserem gestern veröffentlichten Positionspapier (abrufbar unter: lsvnrw.de/corona) dargelegt, stellt die aktuelle Situation rund um das Coronavirus fast alle Bereiche des Lebens vor Herausforderungen und wirft dadurch Schlaglichter auf alle jene Teile unserer Gesellschaft, die sich bereits vor der Corona-Pandemie in der Krise befanden.

Dies gilt auch für die für Ende April bzw. Anfang Mai geplanten Abitur- und zentralen Abschlussprüfungen. Nach der Schließung aller Schulen in NRW war in den letzten Tagen nicht klar, ob bzw. in welcher Form die Prüfungen in diesem Jahr stattfinden würden. Nach einigem hin und her stellte die Kultusminister*innenkonferenz (KMK) am Mittwoch klar, dass alle Prüfungen wie geplant oder zu einem Nachholtermin stattfinden sollen. Dieser Plan bringt für Schüler*innen jedoch eine ganze Reihe an Problemen mit sich:

  • Der Unterrichtsausfall durch Schulschließungen in den letzten drei Wochen vor den Osterferien hat dazu geführt, dass teilweise nicht einmal alle obligatorischen Unterrichtsinhalte behandelt werden konnten, er führte aber vermutlich an fast allen Schulen dazu, dass eine zielgerichtete Wiederholung der gesamten Inhalte der Qualifikationsphase gemeinsam im dem Kurs und der Lehrkraft nicht stattfinden konnte. Dadurch werden die Ungerechtigkeiten aufgrund sozialer Ungleichheit, die das mehrgliedrige Schulsystem in Deutschland ohnehin mit sich bringt, noch verstärkt: Manche Schüler*innen haben Eltern, die ihnen entweder unmittelbar als Unterstützung zur Seite stehen oder Nachhilfe finanzieren können, andere nicht. Die Unfairness, die ein Zentralabitur ohnehin mit sich bringt – trotz ungleicher Ausgangsbedingungen werden innerhalb einer Schule, aber auch zwischen Schulen in unterschiedlich “starken” Sozialräumen die gleichen Maßstäbe angelegt – wird folglich noch größer werden. Die Willkürlichkeit der Notengebung, die notwendigerweise mit dem Zentralabitur verbunden ist, wird so noch vergrößert.
    Es wird Zeit, sich endlich von einem Benotungssystem zu verabschieden, dessen mangelnde Aussagekraft und Vergleichbarkeit seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht und belegt ist.[1] Es sollten endlich alternative Möglichkeiten der Bewertung der Leistungen von Schüler*innen etabliert werden, die den Fokus nicht auf das Abfragen standardisierter “Kompetenzen” legen, sondern auf die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Kindes. Das wäre übrigens auch eine Grundvoraussetzung für ein inklusives Schulsystem, das diesen Namen verdient und den Zielen der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht werden würde.
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Positionspapier der LSV NRW zur Corona-Krise

Mit dem Fortschreiten der COVID-19-Pandemie vermehren sich auch die an uns gerichteten Anfragen, wie aus unserer Sicht mit der aktuellen Situation umzugehen sei. Da wir als Schüler*innenvertreter*innen jedoch weder Mediziner*innen noch Expert*innen für öffentliche Gesundheit sind, sehen wir es nicht als unsere Aufgabe, Stellung zu Fragen des Infektionsschutzes zu beziehen. Stattdessen möchten wir im Folgenden einen Blick auf die durch Pandemie gestellten oder vernachlässigten (schul-)politischen Fragen werfen.

#1 Corona ist nicht nur eine gesundheitliche Krise
Vor dem Hintergrund hunderttausender Erkrankter und tausender Toter gilt es einen Blick auf alle Bereiche unserer Gesellschaft zu werfen, die sich, verstärkt durch die voranschreitende Pandemie, in der Krise befinden:

Während man sich noch vor wenigen Monaten weigerte, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen ein angemessenes Gehalt zu zahlen, und der Vorschlag, die Hälfte aller Krankenhäuser zu schließen, öffentlich diskutiert wurde, beklagt man heute den Mangel an Fachkräften und Betten auf Intensivstationen.

Während Unternehmen in den letzten Jahrzehnten ihre Produktion nach China verlagerten, um durch den Einsatz von billigeren Arbeitskräften ihren Gewinn zu maximieren, mangelt es heute an lebenswichtiger Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten.

Während die “deutsche Wirtschaft” sich durch Lohndumping, Kurz- bzw. Leiharbeit und Exportüberschüsse gegen ihre europäischen Konkurrenten durchsetzen konnte und dadurch Milliardengewinne produzierte, ruft sie nun nach staatlichen Hilfen.

Während prekär Beschäftigten, Arbeitslosen, Geflüchteten und vielen anderen ein menschenwürdiges Leben durch den Staat strukturell verweigert wird, ist die Empörung heute groß, wenn Menschen in der Erwartung, der Staat würde sich weiterhin wenig um sie scheren, Hamsterkäufe tätigen oder gegen besseres Wissen auch mit Fieber noch arbeiten gehen.

Das Coronavirus macht in seiner Ausbreitung keinen Unterschied zwischen arm und reich, aber seine Auswirkungen treffen Arbeiter*innen, Arbeitslose und marginalisierte Menschen besonders hart. Damit ist es nicht nur eine gesundheitliche Krise, sondern eine Krise des Kapitalismus. Weiterlesen

Pressemitteilung: Kostenlose Schüler*innentickets

„Klimaschutz und Verkehrswende brauchen mehr als Sonntagsreden“, so lautet ein Antrag der SPD-Fraktion im Landtag NRW im heutigen Verkehrsausschuss. Die NRW SPD möchte ein kostenloses Ticket für Kinder und Jugendliche Nordrhein-Westfalens einführen. Die Landesschüler*innenvertretung NRW (kurz LSV NRW) fordert das, bisher ungehört, nun schon seit mehreren Jahren, auch schon zu Zeiten der ehemaligen SPD/Grünen-Landesregierung. Auch die „Fridays for Future“ Bewegung fordert dieses Ticket seit mehreren Monaten, dort sind viele Schüler*innen auf den Straßen, leider blieben die Ideen für eine verkehrspolitische Wende bisher ungehört. Ein kostenloses Kinder- und Jugendlichen-Ticket wäre zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Weiterlesen

Pressemitteilung: Klimastreik: Schüler*innen kämpfen, damit es Schule in einigen Jahren noch gibt

Klimastreik: Schüler*innen kämpfen, damit es Schule in einigen Jahren noch gibt
Düsseldorf, 19. September 2019

Am 20.09. findet der dritte weltweite Fridays for Future (FfF) Streik statt – auch in den meisten Städten in NRW! Die Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW) unterstützt den Klimastreik und den Aufruf unter dem Motto #AlleFürsKlima.
Unter diesem Motto gehen diesen Freitag Schüler*innen, Eltern, Großeltern, Wissenschaftler*innen, Student*innen, Lehrer*innen und viele mehr auf die Straße, um für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens, den sofortigen Kohleausstieg und gegen die Zerstörung unseres Planeten zu kämpfen.

“Die LSV NRW unterstützt die FfF-Streiks, da uns unsere Lebensgrundlage entrissen wird.”, merkt Timon Nikolaou aus dem Landesvorstand an. “Daher schwänzen Schüler*innen auch nicht die Schule, sie kämpfen dafür, dass es die Schule in einigen Jahren noch gibt!” ergänzt er. Weiterlesen

Pressemitteilung: Landesschüler*innenvertretung ruft zur Beteiligung an Großdemo gegen die Klimakatastrophe auf

Im Kampf gegen den Klimawandel ruft die FridaysForFuture-Bewegung in Aachen am kommenden Freitag (21.06.2019) zur Großdemo auf – die Landesschüler*innenvertretung (LSV) NRW unterstützt die Kundgebung uneingeschränkt und ruft alle Schülerinnen und Schüler des Landes auf, am Protest teilzunehmen.

Unter dem Motto „Climate Justice without borders – United For a Future“ gehen Schüler*innen, Studierende, Eltern, Wissenschaftler*innen, Lehrer*innen, Künstler*innen und viele andere aus insgesamt 16 Ländern in der Kaiserstadt auf die Straße, um für eine gerechte und verantwortungsbewusste Klimapolitik zu demonstrieren. Gemeinsam wollen die Schüler*innen mit großen Teilen der Zivilgesellschaft aufzeigen, dass uns viele politischen Entscheidungen in die Klimakatastrophe führen. Damit zeigen die jungen Menschen besonders deutlich den Politiker*innen, dass die bisherige Klimapolitik nicht ihren Vorstellungen entspricht.

Viele Politiker*innen und einige Lehrer*innen kritisieren, dass die Bewegung nur ein Vorwand sei für das Schuleschwänzen. An diesem Freitag zeigen die Schüler*innen wieder einmal, dass es der Bewegung nicht um das Schwänzen geht, denn an den meisten Schulen in NRW ist der Freitag ein beweglicher Ferientag, weshalb die Schüler*innen ohnehin keinen Unterricht verpassen können und trotzdem auf die Straße gehen. Weiterlesen

Pressemitteilung: Bring Your own Device – Modern um jeden Preis

Im Koalitionsvertrag zwischen FDP und CDU ist festgeschrieben, dass es unter anderem ein Ziel ist, die „notwendigen Strukturen für die Nutzung von mobilen digitalen Endgeräten im Unterricht“ zu schaffen. Weiter heißt es: „Wir beschleunigen zudem die Nutzung von Tablets und eBooks und werden sicherstellen, dass Endgeräte im notwendigen Umfang zur Verfügung stehen.“ Gleichzeitig fordern beide Koalitionspartner die Förderung des Konzeptes „Bring your own device“ (Bring dein eigenes Gerät mit). Die Landesregierung wälzt damit nicht nur die Verantwortung für die Umsetzung des eigenen Koalitionsvertrags auf die Bürger*innen unseres Landes ab, sie sorgt im gleichen Augenblick auch für neuen sozialen Sprengstoff im ohnehin schon konfliktgeplagten Klassenzimmer. Weiterlesen

Pressemitteilung: „Neuausrichtung“ der Inklusion: Verbesserungen bleiben aus

Bündnis für inklusive Bildung in NRW

Pressemitteilung
Landespressekonferenz 3. Mai 2019

„Neuausrichtung“ der Inklusion: Verbesserungen bleiben aus

Bündnis für inklusive Bildung wirft Schulministerin Gebauer Täuschung der Öffentlichkeit vor

Düsseldorf, 3.5.2019 Das Bündnis für inklusive Bildung in Nordrhein-Westfalen wirft Schulministerin Yvonne Gebauer Versagen bei der Inklusion vor. Angekündigte Qualitätsverbesserungen bei der „Neuausrichtung“ der Inklusion in den Schulen entpuppten sich inzwischen als völlig substanzlos.

Vier Monate vor Beginn des neuen Schuljahres zeichne sich ab, dass keiner der angekündigten sogenannten „Qualitätsstandards“ erfüllt werde. „Die Ministerin schafft es nicht, die versprochenen Qualitätsverbesserungen im Rahmen ihrer „Neuausrichtung“ in die Tat umzusetzen“, kritisiert die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Dorothea Schäfer, „das Einzige, was die „Neuausrichtung“ der Inklusion bisher bewirkt, ist große Verunsicherung und eine Reduzierung der inklusiven Schulen.“
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