Pressemitteilung: Wer besser sieht braucht weniger Geld

Die Landesregierung plant eine Erhöhung des zulässigen Eigenanteils für Erziehungsberechtigte in Bezug auf die Finanzierung von Lehrmitteln. Gleichzeitig soll der von den Erziehungsberechtigten zu bezahlende Eigenanteil des Schüler*innen Tickets steigen. „Die Bildung wird also teurer“, so Johanna Börgermann aus dem Vorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW, „für wohlhabende Menschen ist das schlimmstenfalls ein Ärgernis, aber bei Menschen die ein geringes Einkommen haben und andere, die unter Armut leiden, kann diese Erhöhung schlimme Konsequenzen bedeuten. Dabei sorgen alleine die aktuellen Kosten in der Schule schon dafür, dass viele Familien finanzielle Probleme haben und ihre Kinder nicht zur Nachhilfe oder mit auf die nächste Klassenfahrt schicken können“.

Auch die OECD hat im Rahmen der Pisa-Studie 2018 zum wiederholten Mal festgestellt, dass der Bildungserfolg in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Ländern überdurchschnittlich stark von der sozialen Herkunft der Schüler*innen abhängig ist „Ein Grund dafür ist, dass Bildung nicht kostenfrei ist“, kommentiert Sophie Halley, ebenfalls im Landesvorstand, „Alle Schüler*innen müssen die gleichen Chancen auf gute Bildung haben. Dementsprechend darf Bildung nichts kosten, denn ansonsten bestimmen die sozialen Hintergründen der Schüler*innen über ihren Bildungserfolg.“

Dazu kommt, dass die zulässigen Eigenanteile für Lehrmaterialien nicht für alle Schüler*innen gleich sind. Während Schüler*innen in der Sekundarstufe I ohne Behinderungen nach der Erhöhung maximal 101 Euro zahlen, werden Schüler*innen in gleicher Situation die aber Blind sind bis zu 354 Euro zahlen müssen. „Das ist eine massive Benachteiligung von Behinderten Menschen“, protestiert Börgermann. Auch wenn schulpflichtige Schüler*innen die Möglichkeit haben, die Kosten von ihrer Krankenkasse erstattet zu bekommen, sieht es in der Realität oft so aus, dass Anträge nicht genehmigt werden und die Schüler*innen wegen doch anfallenden Kosten, langer Wartezeiten und eines hohen bürokratischen Aufwandes im Nachteil sind. So erklärt Halley abschließend: „Das ist diskriminierend! Wenn die Regierung behinderte Menschen nicht noch weiter als ohnehin schon ausgrenzen will, dann muss die Bildung auch für sie kostenlos sein und nicht noch teurer.“

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