Pressemitteilung: Kostenlose Schüler*innentickets

„Klimaschutz und Verkehrswende brauchen mehr als Sonntagsreden“, so lautet ein Antrag der SPD-Fraktion im Landtag NRW im heutigen Verkehrsausschuss. Die NRW SPD möchte ein kostenloses Ticket für Kinder und Jugendliche Nordrhein-Westfalens einführen. Die Landesschüler*innenvertretung NRW (kurz LSV NRW) fordert das, bisher ungehört, nun schon seit mehreren Jahren, auch schon zu Zeiten der ehemaligen SPD/Grünen-Landesregierung. Auch die „Fridays for Future“ Bewegung fordert dieses Ticket seit mehreren Monaten, dort sind viele Schüler*innen auf den Straßen, leider blieben die Ideen für eine verkehrspolitische Wende bisher ungehört. Ein kostenloses Kinder- und Jugendlichen-Ticket wäre zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Auf Grund struktureller Benachteiligung ist es Kindern und Jugendlichen oft nicht möglich, am sozialen Leben teilzunehmen, da sie als Folge des geringen oder gar fehlenden Einkommen nicht die Möglichkeit haben, entsprechende Orte zu besuchen. Ab einer gewissen Entfernung oder in jungen Jahren ist auch das Fahrrad kein ausreichendes Verkehrsmittel mehr. Daher muss eine Anbindung an den ÖPNV zu regelmäßigen Fahrzeiten kostenfrei ermöglicht werden.

„In gewisser Weise sind die Verkehrsverbünde die Ausbeuter der heutigen Zeit, da sie die Lage der Schüler*innen ausnutzen und immer höhere Preise verlangen. So kostet beispielsweise eine Fahrt von Viersen nach Düsseldorf und wieder zurück bereits 25€.“ sagt Sophie Halley aus dem Landesvorstand der LSV NRW. „Das ist für viele Schüler*innen das gesamte Taschengeld für den Monat. Dagegen kostet eine Autofahrt weniger als die Hälfte. Aber auf diese Möglichkeit können und wollen wir Schüler*innen nicht angewiesen sein, da wir wissen, dass dies nicht das Klima schützt sondern weiter zerstört und nicht alle Schüler*innen über 18 Jahre alt sind, sowie nicht jede Familie den Luxus hat, einen Führerschein oder ein Auto finanzieren zu können.“ fügt Sophie Halley hinzu.

„Außerdem ist das Mobilitätsangebot Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge des Staates gegenüber seinen Bürger*innen, es wird somit auf Grundlage der finanziellen Situation der Ärmsten in der Gesellschaft bestimmt, wer reisen kann und wer nicht.“ pflichtet Linh Lürwer, ebenfalls im Landesvorstand der LSV, bei. „All dies passiert bereits in einem so frühen Alter, in dem bereits in den Schulen selektiert wird. Wer danach nicht mit in die Stadt fahren und somit mit shoppen kann oder wer nicht mit zur Eishalle oder dergleichen kann, fällt weiter durch das soziale Sieb und verliert die Möglichkeit, Freundschaften aufrecht zu erhalten.” beobachtet Linh Lürwer mit wachsender Besorgnis.

Die Landesschüler*innenvertretung NRW vertritt die Interessen der knapp 2,6 Millionen Schülerinnen und Schüler des Landes Nordrhein-Westfalen. Grundlage ihrer Arbeit sind die NRW-Schulgesetze. Sie mischt sich in landespolitische Diskussionen ein und unterstützt Schüler*innenvertretungen an Schulen und auf Bezirksebene.

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