Pressemitteilung: 47,7 Mrd. EUR Investitionsrückstand an Schulen zeigt, was Deutschland seine Zukunft wert ist

Schimmelnde Klassenräume, gesperrte Turnhallen, defekte Fenster und Türen, so sieht der Alltag der meisten Schülerinnen und Schüler in NRW aus. In Deutschland funktioniert vieles. In den Schulen allerdings nicht. Der Investitionsstau in der Bildung ist größer als beim Straßenbau und macht mittlerweile den größten Anteil an fehlenden Investitionen das Landes aus. Laut KfW-Kommunalpanel 2018 stieg der Investitionsrückstand an Schulen im Bundesgebiet von 32,8 Mrd. Euro im Vorjahr auf etwa 47,7 Mrd. Euro, eine Steigerung von rund 45 Prozent.

Darüber, dass Bildung eines der wichtigsten Güter für unsere Gesellschaft und ihre Zukunft ist, braucht nach Auffassung der Landesschüler*innenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) nicht gestritten werden. Deshalb sei es Aufgabe der Politik, endlich für eine ausreichende und angemessene Finanzierung des Schulsystems zu sorgen. „Wir wollen keinen Luxus wie iPads für jeden, wir wollen eine Investition in marode Schulgebäude, saubere Toiletten und eine gut ausgestattete Bibliothek.“ sagt Nikita Grünwald aus dem Landesvorstand. „Ich möchte auch nicht im Sportunterricht ständig nach oben gucken müssen, ob die Deckenplatte über der Gymnastikmatte wohl noch hält sondern mich auf meinen Unterricht konzentrieren.“ fügt Janina Lemm, ebenfalls im Landesvorstand, hinzu. Die Schulausstattung ist an vielen Schulen im Land schlecht. Funktionsfähige Sportgeräte, Musikinstrumente, Experimentiermaterial und nutzbare Bücher sind Mangelware. „Das kann nicht sein!“ sagt Nikita Grünwald.

NRW Schlusslicht im nationalen Bildungsmonitor: Platz 15 aus 16

Besonders an beruflichen Vollzeitschulen mangle es laut nationalem Bildungsmonitor der INSM an finanzieller und logistischer Förderung. Außerdem ist NRW in den Bereichen Bildungsgerechtigkeit und Schulqualität im Vergleich zu anderen Bundesländern Problemland. „Dass noch im Jahr 2018 die Bildungschancen eines Kindes so stark von seiner sozialen und ökonomischen Herkunft abhängen, das ist ein Skandal. Die Landesregierung muss liefern, wenn sie ihren Versprechen aus dem Wahlkampf und Koalitionsvertrag treu bleiben möchte”, so Nikita Grünwald.

Die LSV NRW fordert Schulministerin Yvonne Gebauer, den Landtag Nordrhein-Westfalen sowie die Stadt- und Kreisräte in NRW auf, endlich in die Zukunft der Gesellschaft zu investieren. „Wir sollen zu denen werden, die den Generationenvertrag in der Rente übernehmen. Dann solltet ihr uns auch die Möglichkeit geben, uns so zu entwickeln, dass wir das auch können – auch wenn viele von uns heute noch nicht wählen dürfen sind wir ein wichtiger Bestandteil der Zukunft“ gibt Janina Lemm zu bedenken.

Die Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW) ist die im Schulgesetz des Landes NRW verankerte, demokratisch legitimierte, landesweite Interessenvertretung der Schüler*innen des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie nimmt gegenüber dem Landtag und der Landesregierung die Interessen der ca. 2,6 Millionen Schüler*innen wahr und ist an der Weiterentwicklung und Verbesserung des Schulwesens beteiligt; darüber hinaus unterstützt sie das politische und soziale Engagement von Schüler*innen.

Wir sind mehr wert!

falt-unter-smallSo lautet der Titel unserer Kampagne gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems. Es fehlt an allen Ecken: Zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Schulsozialarbeit, marode Schulgebäude, schlechte Ausstattung, vielerorts gibt es nicht einmal spezielle ÖPNV-Tickets für Schüler*innen.
Mehr Infos zum Thema und unseren Forderungen sind zu finden in unserem
Faltblatt (pdf, 799kB), das auch kostenfrei bestellt werden kann.

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