Kürzungen der Landesregierung gehen weiter

Für 2013 hat die Landesregierung einmal mehr den Rotstift angesetzt: die „flexiblen Mittel“ wurden auf 25 Millionen Euro halbiert. Mit diesen Geldern würde sonst unter anderem Vertretungsunterricht finanziert. Die Konsequenzen dieser Kürzungen sind leicht zu erkennen und sogar unsere Schulministerin Sylvia Löhrmann gibt zu, dass nun mit einem höheren Unterrichtsausfall zu rechnen ist.

Die LandesschülerInnenvertretung NRW (LSV NRW) verurteilt diese Kürzungen. Insbesondere im Bereich des Unterrichts darf nicht gespart werden. Nach Schätzungen des Rechnungshofs fallen fünf Prozent der Schulstunden in NRW aus, bis zur 10. Klasse hochgerechnet entspricht das einem kompletten Halbjahr Unterricht, das also einfach ausfällt.

Diese Tatsache ist insbesondere aus zweierlei Hinsicht zu kritisieren: Zum einen ist es sowohl für SchülerInnen als auch für LehrerInnen fatal, dass diese Stunden ersatzlos wegfallen, denn die Inhalte der Lehrpläne müssen dennoch gelehrt und gelernt werden. Hier entstehen Defizite, die nicht so einfach ausgeglichen werden können. Besonders zu Zeiten der Schulzeitverkürzung ist jede einzelne Stunde aus dem Blickwinkel der individuellen Förderung von enormer Relevanz für alle Beteiligten der Bildung. „Jede Schulstunde die ausfällt, steht für Lernstoff, welchen die SchülerInnen nach Lehrplan können müssen“, sagt Joel Guttke, Vorstandsmitglied der LSV NRW.

Zum anderen bedeutet Unterrichtsausfall auch das Wegfallen der Betreuung. „Besonders für sehr junge SchülerInnen oder jene mit arbeitenden Eltern stellt sich bei jeder ausfallenden Schulstunde die Frage, wo sie hin können.“ , sagt Elena Colmsee, ebenfalls im Vorstand der LSV NRW. Für viele SchülerInnen entsteht durch Unterrichtsausfall das enorme Problem, dass sie zu Hause plötzlich alleine sind und nicht auf alternative Betreuungsangebote zurückgreifen können. Hier hat die Landesregierung dringendst Alternativen zu schaffen.

„Die Ankündigung von Frau Löhrmann, der Vertretungsbedarf solle beispielsweise mit der Streichung von zusätzlichen Angeboten bewältigt werden, halten wir für eine Frechheit.“, sagt Johannes Trulsen von der LSV NRW, „Hier ist wieder klar zu erkennen, dass die Schule nicht als Lebensraum, sondern als Lernfabrik betrachtet wird. Für viele SchülerInnen, die sich zum Beispiel die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder die Musikschule nicht leisten können, sind kulturelle und sportliche Angebote in der Schule die einzigen, welche sie wahrnehmen.“

Frau Löhrmann verwies im Rahmen der Diskussion darauf, dass mit Kürzungen in diesem Bereich die Streichung von 500 Dauereinstellungen von LehrerInnen vermieden wurde. Aus Sicht der LSV NRW ist klar zu erkennen, dass so die Kürzungen schöngeredet werden sollen: Ein paar Vertretungsstunden weniger und dafür 500 LehrerInnen erhalten soll als geringer Preis präsentiert werden. Die LandesschülerInnenvertretung NRW fordert, dass an Bildung nicht gespart wird, weder an LehrerInnen noch am Vertretungsunterricht. Gute Bildung und somit gute Schule muss erhalten bleiben, das Bildungsniveau in NRW darf nicht weiter sinken.

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