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Pressemitteilung: Cornonakrise beeinflusst auch Nichtprüflinge

Die Coronakrise stellt sowohl die Gesellschaft als auch das Schulsystem vor große Schwierigkeiten. Während in den letzten Wochen vor allem die Abschlussklassen im Vordergrund standen, dürfen auch die anderen Schüler*innen nicht vergessen werden. „Alle Jahrgänge sind von den Konsequenzen des E-Learnings und dem Ausfall des Unterrichts betroffen. Hier müssen sowohl kurzfristige als auch langfristige Lösungen gefunden werden, um diese Schüler*innen nicht gegenüber früheren Jahrgängen zu benachteiligen“, erklärt Johanna Börgermann aus dem Vorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW). Weiterlesen

Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW (LEiS NRW) empfiehlt vorsorglich gegen jede Prüfung Protest einzulegen

Aufgrund der unterschiedlichen Vorbereitung und Unterstützungen durch die einzelnen Schulen empfiehlt LEiS NRW – vorsorglich zur Wahrung evtl. weiterer juristischer Schritte – vor jeder einzelnen Prüfung Protest einzulegen und schriftlich zu Protokoll zu geben.

Die ganze Pressemeldung und ein Musterschreiben sind auf der Homepage von LEiS NRW nachzulesen:
http://www.leis-nrw.de/aktuelles/themen/details/information-der-landeselternschaft-zu-den-abiturpruefungen.html

Pressemitteilung: In der Schule lernen wir den Umgang mit Corona: alle können es mit nach Hause nehmen

In NRW werden immer mehr Schüler*innen laut und fordern, dass die Schulen wieder schließen sollen. „Das Infektionsrisiko besteht und die Schutzmaßnahmen können an vielen Schulen nicht eingehalten werden“, mahnt Sophie Halley aus dem Vorstand der LSV NRW.

Auch die Abschlussprüfungen können nicht stattfinden, ohne das der Infektionsschutz an vielen Schulen in NRW missachtet wird. Dennoch hält die Regierung an den Prüfungen fest.

Schulboykott NRW ist einer von vielen Zusammenschlüssen von Schüler*innen, der zusammen mit der Landesschüler*innenvertretung NRW die sofortige Schließung der Schulen und eine Wahlmöglichkeit für die Schüler*innen bei den Prüfungen fordert. „Schüler*innen sollen sich selbst entscheiden können, ob sie Prüfungen ablegen oder ein Durchschnittsabitur bekommen, gleiches soll für die zentralen Abschlussprüfungen gelten. Nur so können die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schüler*innen in der Krise berücksichtigt werden“, so David-Luc Adelmann Mitgründer von Schulboykott, „außerdem können zum jetzigen Zeitpunkt notwendige Hygienemaßnahmen nicht flächendeckend eingehalten werden, daher müssen die Schulen geschlossen werden.“ Weiterlesen

Adressliste der Schulämter – zur Meldung von Hygienemissständen an Eurer Schule

Falls Ihr Hygienemissstände an Euren Schulen feststellt und diese melden wollt, findet Ihr hier die Kontaktdaten Eurer zuständigen Schulbehörde.
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Pressemitteilung: Erster Schultag zeigt: die Regierung spielt Russisch Roulette mit den Prüflingen

Schon am 30. März warnte die LSV NRW vor verfrühtem Unterrichtsbeginn. Der gestrige Tag, welcher der erste Schultag nach den „Coronaferien“ war, bestätigte die Befürchtungen. Viele Schulen waren noch nicht auf den Unterrichtsbeginn vorbereitet und die Hygienevorschriften wurden teils vollkommen außer Acht gelassen. So fühlte sich eine überwältigende Mehrheit am 23. April in ihrer Schule nicht sicher (nicht repräsentative Instagram Umfrage).

An einigen der Schulen wurden die ausgearbeiteten Hygienekonzepte jedoch auch zufriedenstellend ausgeführt. So wurden sogenannte Einbahnstraßen eingerichtet, es gab Händedesinfektionsmittel und die Tische, Türen und Räume wurden nach Benutzung desinfiziert.
Leider fehlte es an vielen Schulen sowohl an einem Raumnutzungskonzept, als auch an rudimentären Hygieneartikeln wie Seife oder Papierhandtüchern. Teilweise wurden an Schulen die Räume sogar ohne Pause nacheinander genutzt, Gäste in den Gruppen zugelassen, oder der Mindestabstand bei der Raumplanung außer Acht gelassen. Auffällig ist, dass Schulen, die finanziell besser gestellt sind (so etwa Privatschulen), durchschnittlich bessere Vorkehrungen treffen. An manchen Schulen gab es nämlich sowohl ausgereifte Konzepte, als auch genügend Hygieneartikel. Damit schafften sie eine bestmögliche Lernatmosphäre. Anderen Schulen war es jedoch gar nicht möglich, am 23. April zu öffnen, oder sie taten es trotz fehlender Vorkehrungen und schafften so keine Umgebung, in der man sich auf das Lernen konzentrieren kann. Dementsprechend bildet sich durch die unterschiedliche Umsetzung der Hygienemaßnahmen erneut eine Zweiklassengesellschaft. Es gibt also Schüler*innen, deren Schule sich die Hygiene leisten kann, und andere Schüler*innen, die zwischen der Prüfungsvorbereitung und ihrer eigenen Gesundheit abwägen müssen – wenn sie überhaupt die Wahl haben. Weiterlesen

Pressemitteilung: Wer besser sieht braucht weniger Geld

Die Landesregierung plant eine Erhöhung des zulässigen Eigenanteils für Erziehungsberechtigte in Bezug auf die Finanzierung von Lehrmitteln. Gleichzeitig soll der von den Erziehungsberechtigten zu bezahlende Eigenanteil des Schüler*innen Tickets steigen. „Die Bildung wird also teurer“, so Johanna Börgermann aus dem Vorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW, „für wohlhabende Menschen ist das schlimmstenfalls ein Ärgernis, aber bei Menschen die ein geringes Einkommen haben und andere, die unter Armut leiden, kann diese Erhöhung schlimme Konsequenzen bedeuten. Dabei sorgen alleine die aktuellen Kosten in der Schule schon dafür, dass viele Familien finanzielle Probleme haben und ihre Kinder nicht zur Nachhilfe oder mit auf die nächste Klassenfahrt schicken können“.

Auch die OECD hat im Rahmen der Pisa-Studie 2018 zum wiederholten Mal festgestellt, dass der Bildungserfolg in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Ländern überdurchschnittlich stark von der sozialen Herkunft der Schüler*innen abhängig ist „Ein Grund dafür ist, dass Bildung nicht kostenfrei ist“, kommentiert Sophie Halley, ebenfalls im Landesvorstand, „Alle Schüler*innen müssen die gleichen Chancen auf gute Bildung haben. Dementsprechend darf Bildung nichts kosten, denn ansonsten bestimmen die sozialen Hintergründen der Schüler*innen über ihren Bildungserfolg.“ Weiterlesen

Pressemitteilung: Gesundheit an erster Stelle: Kein verfrühter Unterrichtsbeginn für niemanden!

Während man seit den Schulschließungen im März den Eindruck haben konnte, dass die Gesundheit der Schüler*innen, Lehrer*innen und weiteren Mitarbeiter*innen im Schulsystem handlungsleitend für das Ministerium für Schule und Bildung war, deuten die aktuellen Entscheidungen in NRW darauf hin, dass nun alles getan werden soll, um „die Wirtschaft“ möglichst bald wieder ins Laufen zu bringen. Anders lässt sich der Sonderweg, den Ministerpräsident Laschet und Ministerin Gebauer nun einschlagen, nicht erklären: Die Schüler*innen sollen ab Donnerstag, 23.4., in die Schulen geschickt werden – und das, ohne dass ein nennenswertes Hygienekonzept und andere notwendige Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Unterrichts gegeben sind. Eigentlich sollte auch für Nicht-Virolog*innen klar sein, dass man nicht weniger anfällig für das Corona-Virus ist, weil man in naher Zukunft das Abitur oder eine Zentrale Prüfung ablegen wird. Daher lehnt die LSV NRW den geplanten verfrühten Unterrichtsbeginn uneingeschränkt ab. Mit den folgenden Punkten möchten wir auch angesichts der vielen Nachrichten, die uns erreicht haben, der Schüler*innenstimme Gehör verschaffen:

Notwendige Infektionsschutzmaßnahmen sind nicht realisierbar
Dank der Arbeit von Expert*innen wurden Hygienemaßnahmen erarbeitet, die eine zu schnelle Ausbreitung des Virus verhindert haben, sodass eine zum Kollaps führende Überlastung des Gesundheitssystems weitestgehend verhindert werden konnte. Dennoch sind medizinische Einrichtungen weiterhin stark belastet. Entsprechend begrüßt die LSV NRW viele der aktuellen Maßnahmen, wie den Sicherheitsabstand und die verstärkte Handhygiene sowie die Schließung der Schulen. Weiterlesen

Bildungspolitische Forderungen in der Coronakrise

Die Corona-Pandemie hat die gesamte Gesellschaft auf den Kopf gestellt, viele Probleme verursacht und Fragen aufgeworfen, für die es schnelle Antworten braucht. An vielen Stellen hat sich die LSV NRW schon geäußert und Forderungen gestellt. Im Folgenden möchten wir, wie angekündigt, unsere Position zu den Zentralen Prüfungen noch einmal näher erläutern. Darüber hinaus möchten wir aber auch deutlich machen, dass die aktuelle Krise bildungspolitische Nachwirkungen haben wird. Probleme, die nicht tagesaktuell sind, die aber auch naher Zukunft gelöst werden müssen. Entsprechend folgen einige weitere Ausführungen, mit denen wir zunächst aus unserer Sicht zentrale Fragen „nach Corona“ antworten möchten.

#1 Zentrale Prüfungen
Neben den Abiturient*innen sind auch die Schüler*innen, welche dieses Jahr die Zentralen Prüfungen (im folgenden ZP genannt) schreiben, besonders von dem Schulausfall betroffen. Dies führt nicht nur dazu, dass die Prüflinge sich klausurrelevante Inhalte selber beibringen müssen, sondern belastet die betroffenen Schüler*innen natürlich auch psychisch aufgrund der großen Herausforderung und Erwartungen, die an sie gestellt werden. Vor allem in der zehnten Klasse ist das Curriculum so geplant, dass Schüler*innen bis kurz vor den Prüfungen deren Inhalte erlernen.

Außerdem kritisiert die LSV NRW, dass die Prüflinge aufgrund des Schulausfalls mit noch unterschiedlichen Voraussetzungen in die Prüfungen gehen. So wird ein*e Schüler*in, welche aus einer sozial schwächeren Familie kommt, nicht die finanziellen Mittel zur notwendigen Unterstützung haben. Zudem haben manche Schüler*innen keine Unterstützung beim Lernen falls ihre Erziehungsberechtigten nicht über das benötigte Wissen verfügen. Auch das Konzept des digitalen Lernens ist zu kritisieren, da sich nicht jeder Haushalt digital ausstatten kann. Hier müssen also Lösungen gefunden werden, welche die ZPs so fair wie möglich machen.

Daher fordert die LSV NRW, dass der verpasste Unterricht in einer angemessenen Zeit von mindestens zwei Wochen nachgeholt wird. Die vom MSB geplante Verschiebung von fünf Tagen ist nicht tragbar und sorgt für einen unglaublichen Druck, denn drei Wochen Schulausfall in fünf Tagen aufzuholen, ist nicht möglich. Die zwei Wochen sollen allen Schüler*innen ermöglichen, den benötigten Stoff zu erlernen. Außerdem fordert die LSV NRW, dass die zentral gestellten Prüfungen von den Lehrkräften wenn nötig abgeändert werden können, damit die Schüler*innen nur Aufgaben bekommen, die im Unterricht durchgearbeitet wurden. Die LSV NRW begrüßt, dass laut Bildungssicherungsgesetz die ZPs ausfallen können, fordert jedoch, dass Schüler*innen die individuelle Wahlmöglichkeit zwischen dem Ablegen einer Prüfung und einem Abschluss basierend auf den bisherigen Leistungen gegeben wird. Dabei müssen in jedem Fall die Versetzung und der Abschluss der Schüler*innen gesichert sein. Kein*e Schüler*in darf einen Nachteil aus dieser Situation erfahren.

#2 Verpasster Unterricht
Die Tatsache, dass durch die Corona-Krise viel Unterricht ausgefallen ist, bereitet allen Schüler*innen Probleme. Auch Schüler*innen, die in diesem Schuljahr keinen Abschluss erwerben wollen, sind direkt betroffen und stehen nun Problemen gegenüber. Denn der für die Abschlüsse relevante Stoff wird den Schüler*innen natürlich über Jahre hinweg vermittelt und darüber hinaus bauen viele Inhalte aufeinander auf. Ein Nachholen zu dem Zeitpunkt, an dem die Schulen wieder offen sein werden, wird sich schwierig gestalten, da die Lehrpläne ohnehin schon voll sind und meist wenig Spielraum lassen, wenn alle Themen behandelt werden sollen.

Wie schon im ersten Abschnitt erläutert, treten auch hier massive Probleme bezüglich sozialer Ungleichheit aufgrund von unterschiedlichen Voraussetzungen zum digitalen Lernen auf. Besonders jüngere Schüler*innen sind in hohem Maße abhängig von einer engmaschigen Betreuung durch ihre Erziehungsberechtigten, um sich komplexe Inhalte zu erarbeiten. Diese kann jedoch nicht in allen Familien gewährleistet werden, weswegen der Bildungserfolg durch die Corona-Krise noch stärker als ohnehin schon von den sozialen Hintergründen der Schüler*innen beeinflusst wird. Die soziale Ungerechtigkeit gegenüber bereits vorher gesellschaftlich benachteiligten Menschen wird so weiter verschärft.

Ungerecht ist darüber hinaus auch, dass viele Schüler*innen, die versetzungsgefährdet sind, also Gefahr laufen „sitzen zu bleiben“, da sie wegen des ausfallenden Unterrichts nicht die Chance erhalten, sich zu verbessern und ihre Versetzung in die nächste Klasse zu erwirken.

Vor diesem Hintergrund fordert die Landesschüler*innenvertretung NRW das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW auf, Maßnahmen zu ergreifen, die sicherstellen, dass den Schüler*innen unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund keine Nachteile aufgrund der durch die Corona-Krise verpassten Unterrichtsinhalten entstehen. Die Lehrkräfte sollen individuelle Lösungen im Sinne ihrer Schüler*innen finden können, wie zum Beispiel die Veränderung der Stundentafel zugunsten prüfungsrelevanter Fächer. Des Weiteren fordert die LSV NRW, dass allen Schüler*innen die Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe gewährt wird,

#3 Schulsozialarbeiter*innen/Schulpsycholog*innen
Die LSV NRW fordert schon seit geraumer Zeit die verstärkte Einstellung von Schulsozialarbeiter*innen und Schulpsycholog*innen. Diese hätten in der nun existierenden Krise den Schüler*innen beistehen und sie bei ihren Problemen, beispielsweise telefonisch unterstützen können. Dadurch hätte auch vielen Schüler*innen geholfen werden können, die sich aktuell unsicher und allein gelassen fühlen, beispielsweise weil sie um erkrankte Angehörige bangen, familiären Stress erleben oder von häuslicher Gewalt betroffen sind. Sie bekämen dadurch die Möglichkeit, über die Probleme zuhause zu reden, denn das geht schließlich nicht immer mit der*dem Klassenlehrer*in oder der*dem Kurslehrer*in. Damit zumindest eine Nachbereitung mit den Schüler*innen möglich ist, sollten (zusätzliche) Schulsozialarbeiter*innen und Schulpsycholog*innen sofort an allen Schulen eingestellt werden. Diese sollten nach der Krise im Schulbetrieb bleiben, um den immer vorherrschenden Leistungsdruck oder aber die individuellen Probleme von zuhause klären zu können.

#4 E-Learning
Schulen zu und nu? Jetzt heißt es für uns selbständig zu lernen. Seit drei Wochen. Hausaufgaben online auf einer E-Learning Plattform hochzuladen oder per Mail zu verschicken, ist nicht nur für die Lehrer*innen schwierig zu verstehen. Auch für uns Schüler*innen ist die aktuelle „Lern“alternative eine Hürde. Täglich neue Aufgaben zu bekommen, ist schön und gut. Man könnte die aktuelle Situation so beschreiben, als gäbe es einen endlos langen Vertretungsunterricht: So wie beim sogenannten „eigenverantwortlichem Arbeiten“ werden die Aufgaben weitgehend erledigt, aber zugleich wird die gesamte Verantwortung für den Lernerfolg einseitig den Schüler*innen aufgebürdet. Zwar wird bei Nachfragen wird meist viel kommuniziert, doch das führt häufig nicht zur Klärung von Fragen, sondern lediglich zu zu Irritationen zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen. Hinzu kommt ein überfülltes Postfach von Schüler*innen und Lehrer*innen, mit 20 Nachrichten, die alle bearbeitet und beantwortet werden müssen. Motivation sieht anders aus und kooperatives Arbeiten wie im “traditionellen” Unterricht ist nahezu unmöglich.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die über E-Learning-Plattformen verbreiteten Erklärvideos und Aufgaben uns Schüler*innen nur bedingt helfen. Diese “Alternative” zum Unterricht in der Schule darf auf keinen Fall die Zukunft sein. E-Learning ersetzt keine Lehrer*innen, auch wenn sich kommerzielle Unternehmen wünschen, dass mehr E-Learning auf ihren Plattformen stattfindet. Dass diese Plattformen ihr Angebot aktuell kostenlos zur Verfügung stellen, ist lediglich ein Lockangebot, das darauf zielt, in Zukunft eine möglichst starke Marktposition zu erlangen und von dieser zu profitieren. Was auf den ersten Blick wie ein großzügiges Angebot wirkt, ist tatsächlich ein weiterer Schritt zur Privatisierung und Gewinnorientierung der Bildungsinfrastruktur.

Zum Arbeiten auf E-Learning Plattformen oder mit Hilfe von Mails bedarf es mehr als nur eines Smartphones, da man mit diesem nicht lernen kann. Viele Plattformen sind aufwendig (Datentraffic, Darstellung, …), sodass das Laden auf dem Smartphone ewig dauert oder gar nicht funktioniert. Nicht jede*r Schüler*in besitzt ein Tablet, einen Laptop oder eigenen Computer. Dies erschwert die ganze Situation um ein Vielfaches. Denn es ist nicht möglich, das Lehrmaterial, das zur Verfügung gestellt wird, ohne entsprechend leistungsstarkes Endgerät wahrzunehmen. Schüler*innen mögen zwar eines der genannten Geräte im Haushalt haben, aber oft brauchen die Erziehungsberechtigte diese zur Zeit selbst für das Arbeiten im HomeOffice. Daher spricht sich die LSV NRW strikt gegen BYOD (Bring your own device) aus. Dies ist für uns weder ein Kompromiss, noch eine Lösung.

#5 Corona-Gesetz
Das Bildungssicherungsgesetz, als Teil des Epidemiegesetzes NRW, überträgt dem Schulministerium gesetzgeberische Kompetenzen, die es auf Grundlage von Rechtserlassen wahrnehmen kann. So soll dem Schulministerium ermöglicht werden, die Zentralen Prüfungen an Haupt-, Real-, und Gesamtschulen auszusetzen oder ohne landeseinheitliche Aufgaben stattfinden zu lassen. Beim Abitur ist davon aber keine Rede. Die Regierung teilt die Prüflinge so in eine Zweiklassengesellschaft auf: Die, deren Prüfung so wichtig ist, dass sie einen schriftlichen Teil benötigt; und die, deren Prüfung auch ohne schriftlichen Teil auskäme. Ein Abitur ohne schriftlichen Teil scheint aus Sicht der Landesregierung kein „richtiges“ Abitur zu sein. Dass die gesundheitlichen Gefahren und Ängste bei Schüler*innen, die ihr Abitur oder ihre ZPs ablegen, gleich groß sind, lässt die Regierung bei ihrer Entscheidung völlig unbeachtet. Daher fordert die LSV NRW, die Regelungen für die Zentralen Prüfungen analog auf das Abitur anzuwenden und gemäß unseren Forderungen zu einem gerechten Abitur allen Prüflingen eine Wahlmöglichkeit zwischen dem Ablegen der Prüfungen und einem „Durchschnittsabitur“ zu ermöglichen.
Dem Bildungsministerium werden kraft dieses Gesetzes noch viele weitere Kompetenzen übertragen: So kann es unter anderem darüber entscheiden, wie und ob ein Übergang von Real- und Hauptschulen auf Gymnasien dieses Schuljahr stattfindet oder dass Schüler*innen ohne Versetzung in die nächsthöhere Klassen- bzw. Jahrgangsstufe übergehen können. Bei allen Entscheidungen, die das MSB auf Grundlage dieser Regelungen trifft, muss das Wohl der Schüler*innen und in besonderem Maße das der Prüflinge im Vordergrund jeder Entscheidung stehen. Die getroffenen Maßnahmen dürfen sich niemals für eine*n Schüler*in negativ auswirken!

Bildungspolitische Forderungen in der Coronakrise

Die Corona-Pandemie hat die gesamte Gesellschaft auf den Kopf gestellt, viele Probleme verursacht und Fragen aufgeworfen, für die es schnelle Antworten braucht. An vielen Stellen hat sich die LSV NRW schon geäußert und Forderungen gestellt. Im Folgenden möchten wir, wie angekündigt, unsere Position zu den Zentralen Prüfungen noch einmal näher erläutern. Darüber hinaus möchten wir aber auch deutlich machen, dass die aktuelle Krise bildungspolitische Nachwirkungen haben wird. Probleme, die nicht tagesaktuell sind, die aber auch naher Zukunft gelöst werden müssen. Entsprechend folgen einige weitere Ausführungen, mit denen wir zunächst aus unserer Sicht zentrale Fragen „nach Corona“ antworten möchten.

#1 Zentrale Prüfungen
Neben den Abiturient*innen sind auch die Schüler*innen, welche dieses Jahr die Zentralen Prüfungen (im folgenden ZP genannt) schreiben, besonders von dem Schulausfall betroffen. Dies führt nicht nur dazu, dass die Prüflinge sich klausurrelevante Inhalte selber beibringen müssen, sondern belastet die betroffenen Schüler*innen natürlich auch psychisch aufgrund der großen Herausforderung und Erwartungen, die an sie gestellt werden. Vor allem in der zehnten Klasse ist das Curriculum so geplant, dass Schüler*innen bis kurz vor den Prüfungen deren Inhalte erlernen.

Außerdem kritisiert die LSV NRW, dass die Prüflinge aufgrund des Schulausfalls mit noch unterschiedlichen Voraussetzungen in die Prüfungen gehen. So wird ein*e Schüler*in, welche aus einer sozial schwächeren Familie kommt, nicht die finanziellen Mittel zur notwendigen Unterstützung haben. Zudem haben manche Schüler*innen keine Unterstützung beim Lernen falls ihre Erziehungsberechtigten nicht über das benötigte Wissen verfügen. Auch das Konzept des digitalen Lernens ist zu kritisieren, da sich nicht jeder Haushalt digital ausstatten kann. Hier müssen also Lösungen gefunden werden, welche die ZPs so fair wie möglich machen. Weiterlesen

Pressemitteilung: Verpflichtender Unterricht ist wie ein Händedruck, um das Kontaktverbot zu besiegeln

Verpflichtender Unterricht ist wie ein Händedruck, um das Kontaktverbot zu besiegeln

Die Corona-Krise hat unsere Gesellschaft nachhaltig auf den Kopf gestellt und die durch neoliberale Sparpolitik geschaffenen Probleme in vielen Bereichen deutlich gemacht: In Krankenhäusern, auf dem Wohnungsmarkt, aber auch in Schulen. Schulischerseits sind nun besonders die Abitur- und Abschlussjahrgänge in hohem Maße von der Krise betroffen. In ganz NRW sind die Schulen seit zwei Wochen geschlossen, der Verlust der Unterrichtszeit ist vor allem für Schüler*innen belastend, die einen Abschluss erwerben wollen. Seit Wochen schweben die Schüler*innen in Unwissenheit, wie sich die Situation entwickeln wird. Nun hat sich das MSB in Form einer Schulmail geäußert. Trotzdem bleiben manche Details unklar.

Die LSV begrüßt, dass auf verpflichtende Abweichungsprüfungen schon in diesem Jahr verzichtet wird. Außerdem sieht sie es positiv, dass das Ministerium ihrer Forderung, Unterricht für Abiturient*innen anzubieten, nachgekommen ist, sofern das zum gegebenen Zeitpunkt mit dem Infektionsschutz vereinbar sein wird.
Allerdings kritisiert die LSV NRW scharf, dass dieses Unterrichtsangebot nun verpflichtend geplant ist – wie aus einzelnen Schulen zu hören ist – und möglicherweise auch die Zulassung zu den Prüfungen von Leistungen in diesen drei Wochen abhängig gemacht werden soll: „Gerade für die Abiturient*innen ist dieser Unterricht wichtig, um den letzten Stoff durchzuarbeiten. Jedoch ist es in dieser Zeit nicht angebracht, die Abiturient*innen in den Unterricht zu zwingen. Zu groß sind die Ängste vor einer Infektion durch das Virus.“, kritisiert Moritz Bayerl, aus dem Landesvorstand der LSV NRW. In letzter Zeit erreichen die LSV NRW viele Nachrichten von besorgten Abiturient*innen, die sich über das Vorgehen des Ministeriums beschweren, denn dass „die Entscheidung des Kultusministeriums per Telefonkonferenz getroffen wurde, um möglichen Ansteckungen vorzubeugen, zeigt einen erschreckenden Widerspruch in sich selbst, wenn Schüler in einem Monat dennoch zusammen kommen und Prüfungen ablegen sollen.“, so ein Schüler per E-Mail. Dieses Unverständnis lässt sich auf den nun verpflichtenden Unterricht für Abiturient*innen übertragen. „Teils existenzielle Ängste, die Gefahr einer Ansteckung und die Angst davor – das alles spricht rational gegen eine Verpflichtung, zum Unterricht zu gehen“, ergänzt Sophie Halley, auch Abiturient*in und im Landesvorstand. Weiterlesen

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