Blog Archives

Pressemitteilung | Sommerquarantäneferien: Wie Schüler*innen unter Profitgier und Symbolpolitik leiden

Nun ist das passiert, wovor die Landesschüler*innenvertretung so oft gewarnt hat: Am 24. Juni beginnt in den Kreisen Gütersloh und Warendorf ein erneuter Lockdown, wodurch die Ferien in keinster Weise zur Erholung genutzt werden können. Das bedeutet für Familien noch mehr Stress, welcher sich zum Beispiel durch häusliche Gewalt an den Schwächsten unserer Gesellschaft entladen könnte. Zudem müssen die Familien sich erneut mit der Existenzängsten und der Versorgungsfrage beschäftigen. Des Weiteren werfen sich erneut gesellschaftliche Fragen auf, wie zum Beispiel nach den Arbeitsbedingungen bei Tönnies, den Wohnbedingungen, der Versorgung der Arbeiter*innen in Quarantäne oder aber auch nach den mehr als fragwürdigen Werkverträgen.

Den Schüler*innen im Kreis Gütersloh fehlt ein Abschluss mit diesem recht eigenartigen Schuljahr, dessen Unterrichtsbetrieb doch erst vor kurzem wieder begann. So fehlt insbesondere der Abschluss mit der Grundschule, mit der Sekundarstufe I und natürlich mit der Sekundarstufe II, also dem Abitur. Ergänzend dazu gehen die Schüler*innen mit einer großen Ungewissheit ins nächste Schuljahr, da nicht geklärt wurde, wie die großen Nachteile für die Schüler*innen in Gütersloh ausgeglichen werden sollen. Weiterlesen

Reden ist Silber, Schweigen ist rassistisch!

Der Mord an George Floyd und der Versuch, die Proteste dagegen zu unterdrücken, untermalen erneut, dass Rassismus tief in der Struktur sogenannter „westlich-zivilisierter Staaten“ verankert ist – seit Jahrhunderten und immer noch. Umso wichtiger ist es, Solidarität mit den Betroffenen zu bekennen und allen Rassist*innen aktiv entgegenzutreten, egal ob den Patriot*innen auf der Straße oder den Uniformierten im Dienste des Staates: Die brutale Polizeigewalt verursachte den Tod von George Floyd am 25. Mai und brachte vielerorts berechtigterweise das Fass zum Überlaufen.

Die Geschichte und Gegenwart der Vereinigten Staaten von Amerika war und ist rassistisch strukturiert: Die weißen, angelsächsischen Protestanten, die dieses Land aufbauten, haben ihren Reichtum und die weltweite Vormachtstellung mit dem Blut von Millionen versklavten und verschleppten Afrikaner*innen gedüngt. Seit Jahrhunderten kämpfen diese unterdrückten und ermordeten Minderheiten um Anerkennung – weil sie wie Nathaniel Turner im 18. Jahrhundert nicht mehr für den Reichtum einiger weniger der Weißen auf den Baumwollfeldern schuften wollten oder weil sie wie Muhammad Ali im 20. Jahrhundert keinen Grund dafür sahen, in einen Krieg gegen die Vietnamesen zu ziehen. Diese Kämpfe waren durchaus erfolgreich, und auch viele Weiße haben sie unterstützt. Doch nun sollen die Uhren offenbar in die Zeit vor der Bürgerrechtsbewegung zurückgedreht werden. Damals sollte die Nationalgarde das Ende der rassistischen Segregationspolitik („Separate but equal“) durchsetzen – was allerdings nur begrenzt gelang. Heute will Trump die Nationalgarde einsetzen, um „Recht und Ordnung“ wiederherzustellen. Ehrlicher wäre es, von Wiederherstellung der „white supremac“ zu sprechen, die durch brutale staatliche Gewalt abgesichert werden soll.
Und auch die deutsche Regierung macht es nicht besser und toleriert mit ihrem Schweigen bisher den Rassismus und die jüngste Polizeigewalt in den Staaten. Wobei auch in Deutschland Menschen in Polizeigewahrsam sterben – es sei erinnert an Oury Jalloh, der 2005 in einem Polizeirevier in Dessau unter nach wie vor ungeklärten Umständen zu Tode kam, und den Syrer Amad A., der 2018 in Kleve zu Unrecht inhaftiert wurde und verstarb, nachdem er vor Verzweiflung in seiner Zelle Feuer gelegt hatte. Weiterlesen

Pressemitteilung: Regelbetrieb der Grundschulen ohne Abstand aktuell eine Gefahr für die gesamte Gesellschaft

Die Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW) fordert, dass Schule als Teil der Gesellschaft dieselben Abstands- und Hygieneregeln anwenden muss. Ein Regelbetrieb kann frühestens nach den Sommerferien erfolgen, bis dahin muss die Notbetreuung sichergestellt sein und Schulbetrieb, wie bisher nur in einem Maße stattfinden, der den individuellen Möglichkeiten jeder Schule gerecht wird.
Dies stellten bereits am 28. Mai alle an Schule beteiligten Verbände gemeinsam fest, dennoch startet das MSB im Alleingang den Regelunterricht, wenn auch nur für die Grundschulen, bereits vor den Sommerferien.

Innerhalb kürzester Zeit mussten die Schulen ein Konzept für den Distanzunterricht entwickeln, nun, wo alle einigermaßen eingespielt sind, geht es wieder in den Regelbetrieb. Dieser kann jedoch nicht wirklich als solcher bezeichnet werden, da wieder neue Regelungen, wie die Dokumentationspflicht oder die strengen Regelungen für die Schulpflicht in der aktuellen Pandemie, auf die Schulen zukommen. Zudem werden auch einige Lehrkräfte ihre Klasse nicht übernehmen können, da sie zur Risikogruppe gehören, somit haben Schulen nochmal mehr unter dem massiven Lehrkräftemangel zu leiden. Des Weiteren ist die Vorbereitung für solche Konzepte mit den geänderten Hygienemaßnahmen mal wieder viel zu kurzfristig für die Schulen. „Ergänzend dazu stellen die fehlenden baulichen Voraussetzungen, wie die oft nicht ausreichend großen Schulhöfe und die Staffelung der Pausen, ein weiteres Problem dar. Da auf dem Pausenhof selbstverständlich nicht nur im Flüsterton gesprochen wird, wird der entstehende Lärm für Konzentrationsprobleme in den Klassen sorgen, sodass normaler Unterricht wiedermals erschwert wird“, kritisiert Linh Lürwer aus dem Landesvorstand. Weiterlesen

Pressemitteilung: Cornonakrise beeinflusst auch Nichtprüflinge

Die Coronakrise stellt sowohl die Gesellschaft als auch das Schulsystem vor große Schwierigkeiten. Während in den letzten Wochen vor allem die Abschlussklassen im Vordergrund standen, dürfen auch die anderen Schüler*innen nicht vergessen werden. „Alle Jahrgänge sind von den Konsequenzen des E-Learnings und dem Ausfall des Unterrichts betroffen. Hier müssen sowohl kurzfristige als auch langfristige Lösungen gefunden werden, um diese Schüler*innen nicht gegenüber früheren Jahrgängen zu benachteiligen“, erklärt Johanna Börgermann aus dem Vorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW). Weiterlesen

Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW (LEiS NRW) empfiehlt vorsorglich gegen jede Prüfung Protest einzulegen

Aufgrund der unterschiedlichen Vorbereitung und Unterstützungen durch die einzelnen Schulen empfiehlt LEiS NRW – vorsorglich zur Wahrung evtl. weiterer juristischer Schritte – vor jeder einzelnen Prüfung Protest einzulegen und schriftlich zu Protokoll zu geben.

Die ganze Pressemeldung und ein Musterschreiben sind auf der Homepage von LEiS NRW nachzulesen:
http://www.leis-nrw.de/aktuelles/themen/details/information-der-landeselternschaft-zu-den-abiturpruefungen.html

Pressemitteilung: In der Schule lernen wir den Umgang mit Corona: alle können es mit nach Hause nehmen

In NRW werden immer mehr Schüler*innen laut und fordern, dass die Schulen wieder schließen sollen. „Das Infektionsrisiko besteht und die Schutzmaßnahmen können an vielen Schulen nicht eingehalten werden“, mahnt Sophie Halley aus dem Vorstand der LSV NRW.

Auch die Abschlussprüfungen können nicht stattfinden, ohne das der Infektionsschutz an vielen Schulen in NRW missachtet wird. Dennoch hält die Regierung an den Prüfungen fest.

Schulboykott NRW ist einer von vielen Zusammenschlüssen von Schüler*innen, der zusammen mit der Landesschüler*innenvertretung NRW die sofortige Schließung der Schulen und eine Wahlmöglichkeit für die Schüler*innen bei den Prüfungen fordert. „Schüler*innen sollen sich selbst entscheiden können, ob sie Prüfungen ablegen oder ein Durchschnittsabitur bekommen, gleiches soll für die zentralen Abschlussprüfungen gelten. Nur so können die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schüler*innen in der Krise berücksichtigt werden“, so David-Luc Adelmann Mitgründer von Schulboykott, „außerdem können zum jetzigen Zeitpunkt notwendige Hygienemaßnahmen nicht flächendeckend eingehalten werden, daher müssen die Schulen geschlossen werden.“ Weiterlesen

Adressliste der Schulämter – zur Meldung von Hygienemissständen an Eurer Schule

Falls Ihr Hygienemissstände an Euren Schulen feststellt und diese melden wollt, findet Ihr hier die Kontaktdaten Eurer zuständigen Schulbehörde.
Weiterlesen

Pressemitteilung: Erster Schultag zeigt: die Regierung spielt Russisch Roulette mit den Prüflingen

Schon am 30. März warnte die LSV NRW vor verfrühtem Unterrichtsbeginn. Der gestrige Tag, welcher der erste Schultag nach den „Coronaferien“ war, bestätigte die Befürchtungen. Viele Schulen waren noch nicht auf den Unterrichtsbeginn vorbereitet und die Hygienevorschriften wurden teils vollkommen außer Acht gelassen. So fühlte sich eine überwältigende Mehrheit am 23. April in ihrer Schule nicht sicher (nicht repräsentative Instagram Umfrage).

An einigen der Schulen wurden die ausgearbeiteten Hygienekonzepte jedoch auch zufriedenstellend ausgeführt. So wurden sogenannte Einbahnstraßen eingerichtet, es gab Händedesinfektionsmittel und die Tische, Türen und Räume wurden nach Benutzung desinfiziert.
Leider fehlte es an vielen Schulen sowohl an einem Raumnutzungskonzept, als auch an rudimentären Hygieneartikeln wie Seife oder Papierhandtüchern. Teilweise wurden an Schulen die Räume sogar ohne Pause nacheinander genutzt, Gäste in den Gruppen zugelassen, oder der Mindestabstand bei der Raumplanung außer Acht gelassen. Auffällig ist, dass Schulen, die finanziell besser gestellt sind (so etwa Privatschulen), durchschnittlich bessere Vorkehrungen treffen. An manchen Schulen gab es nämlich sowohl ausgereifte Konzepte, als auch genügend Hygieneartikel. Damit schafften sie eine bestmögliche Lernatmosphäre. Anderen Schulen war es jedoch gar nicht möglich, am 23. April zu öffnen, oder sie taten es trotz fehlender Vorkehrungen und schafften so keine Umgebung, in der man sich auf das Lernen konzentrieren kann. Dementsprechend bildet sich durch die unterschiedliche Umsetzung der Hygienemaßnahmen erneut eine Zweiklassengesellschaft. Es gibt also Schüler*innen, deren Schule sich die Hygiene leisten kann, und andere Schüler*innen, die zwischen der Prüfungsvorbereitung und ihrer eigenen Gesundheit abwägen müssen – wenn sie überhaupt die Wahl haben. Weiterlesen

Pressemitteilung: Wer besser sieht braucht weniger Geld

Die Landesregierung plant eine Erhöhung des zulässigen Eigenanteils für Erziehungsberechtigte in Bezug auf die Finanzierung von Lehrmitteln. Gleichzeitig soll der von den Erziehungsberechtigten zu bezahlende Eigenanteil des Schüler*innen Tickets steigen. „Die Bildung wird also teurer“, so Johanna Börgermann aus dem Vorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW, „für wohlhabende Menschen ist das schlimmstenfalls ein Ärgernis, aber bei Menschen die ein geringes Einkommen haben und andere, die unter Armut leiden, kann diese Erhöhung schlimme Konsequenzen bedeuten. Dabei sorgen alleine die aktuellen Kosten in der Schule schon dafür, dass viele Familien finanzielle Probleme haben und ihre Kinder nicht zur Nachhilfe oder mit auf die nächste Klassenfahrt schicken können“.

Auch die OECD hat im Rahmen der Pisa-Studie 2018 zum wiederholten Mal festgestellt, dass der Bildungserfolg in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Ländern überdurchschnittlich stark von der sozialen Herkunft der Schüler*innen abhängig ist „Ein Grund dafür ist, dass Bildung nicht kostenfrei ist“, kommentiert Sophie Halley, ebenfalls im Landesvorstand, „Alle Schüler*innen müssen die gleichen Chancen auf gute Bildung haben. Dementsprechend darf Bildung nichts kosten, denn ansonsten bestimmen die sozialen Hintergründen der Schüler*innen über ihren Bildungserfolg.“ Weiterlesen

Pressemitteilung: Gesundheit an erster Stelle: Kein verfrühter Unterrichtsbeginn für niemanden!

Während man seit den Schulschließungen im März den Eindruck haben konnte, dass die Gesundheit der Schüler*innen, Lehrer*innen und weiteren Mitarbeiter*innen im Schulsystem handlungsleitend für das Ministerium für Schule und Bildung war, deuten die aktuellen Entscheidungen in NRW darauf hin, dass nun alles getan werden soll, um „die Wirtschaft“ möglichst bald wieder ins Laufen zu bringen. Anders lässt sich der Sonderweg, den Ministerpräsident Laschet und Ministerin Gebauer nun einschlagen, nicht erklären: Die Schüler*innen sollen ab Donnerstag, 23.4., in die Schulen geschickt werden – und das, ohne dass ein nennenswertes Hygienekonzept und andere notwendige Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Unterrichts gegeben sind. Eigentlich sollte auch für Nicht-Virolog*innen klar sein, dass man nicht weniger anfällig für das Corona-Virus ist, weil man in naher Zukunft das Abitur oder eine Zentrale Prüfung ablegen wird. Daher lehnt die LSV NRW den geplanten verfrühten Unterrichtsbeginn uneingeschränkt ab. Mit den folgenden Punkten möchten wir auch angesichts der vielen Nachrichten, die uns erreicht haben, der Schüler*innenstimme Gehör verschaffen:

Notwendige Infektionsschutzmaßnahmen sind nicht realisierbar
Dank der Arbeit von Expert*innen wurden Hygienemaßnahmen erarbeitet, die eine zu schnelle Ausbreitung des Virus verhindert haben, sodass eine zum Kollaps führende Überlastung des Gesundheitssystems weitestgehend verhindert werden konnte. Dennoch sind medizinische Einrichtungen weiterhin stark belastet. Entsprechend begrüßt die LSV NRW viele der aktuellen Maßnahmen, wie den Sicherheitsabstand und die verstärkte Handhygiene sowie die Schließung der Schulen. Weiterlesen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen