Lokale Unterschiede bedürfen lokaler Entscheidung — gerade in den Schulen

Pressemitteilung

Lokale Unterschiede bedürfen lokaler Entscheidung — gerade in den Schulen

 

Heute hat der Kreis Düren, als erster Kreis in NRW, aufgrund einer zu hohen 7-Tage-Inzidenz die Schüler*innen wieder in das Homeschooling geschickt – und das eine Woche nach den erzwungenen Schulöffnungen.

Die Landesschüler*innenvertretung (LSV) NRW fordert das Ministerium für Schule und Bildung auf, Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und sich bei den Schulöffnungen an Empfehlungen der Wissenschaft zu halten. In Kommunen mit verschiedenen Infektionszahlen müssen auch Schulöffnungen unterschiedlich gehandhabt werden.

“Es kann nicht sein, dass die Landesregierung mit Gewalt die Schulen offen hält und dabei die Gesundheit der Schüler*innen, Lehrkräfte und deren Umfeld einfach ignoriert. Außerdem dürfen wir nicht erst eine Inzidenz von über 200 abwarten, um die Schulen zu schließen – Wissenschaftler*innen fordern Handlungsalternativen bereits deutlich früher.”, kritisiert Thomas Niebuer aus dem Vorstand der LSV NRW.

Die Praxis zeigt, dass die Sorgen der Kommunen und Kreise berechtigt sind. In Düren sind an etwa ⅔ der Schulen Schüler*innen an Corona erkrankt. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um die neue, gefährliche Variante des Coronavirus aus Großbritannien. Die letzte Woche zeigt, dass das Risiko durch Schulöffnungen nur dezentral abgewägt werden kann. Sorgen bezüglich der Verbreitung des Coronavirus werden durch die zentralen Vorgaben des Schulministeriums vernachlässigt. Kommunen und Kreise müssen beinahe aussichtslose Anträge an die Landesregierung stellen, um die Schulen zu schließen und somit das Risiko wieder zu reduzieren. 

Wie schon in der Vergangenheit kritisiert die LSV NRW, dass nicht nur Empfehlungen führender Virolog*innen, sondern auch die Einschätzungen und Empfehlungen von kommunaler Politik sowie von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern missachtet werden. Im letzten Jahr wurde das “Solinger Modell” verboten, heute setzt sich diese Politik der Ignoranz fort. 

Dabei gilt zum Beispiel für den Einzelhandel gemäß den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz ein Stufenplan, der auf verschiedene Situationen in verschiedenen Kommunen angepasst werden kann. “Wieso können Öffnungen von Museen und Geschäften kommunal angepasst und auf Grundlage eines durchdachten Konzeptes reguliert werden, während es für Schulen ein landeseinheitliches Vorgehen geben muss?”, so Sophie Hoffmann, ebenfalls Mitglied im Landesvorstand.

Die LSV sieht in diesem Vorgehen der Landesregierung eine Gefahr für alle Beteiligten: Durch ein sorgloses und kurzsichtiges Vorgehen, wie im letzten Jahr, könnten sich mehr Menschen mit Corona anstecken. Außerdem fürchtet die LSV NRW, dass ein weiterer harter Lockdown die Folge dieser Ignoranz sein könnte, sollten die Zahlen wieder stark ansteigen. “Schulen sind Schutzräume und Orte der Begegnung, welche die Folgen von Isolation auffangen können. Daher muss durchdacht und vorausschauend vorgegangen werden, um zukünftige Schließungen unbedingt zu verhindern”, schließt Niebuer.

 

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