Bildungsstreik

Unter dem Namen Bundesweiter Bildungsstreik arbeiteten und arbeiten SchülerInnen, Studierende und andere Lernende und Lehrende sowie viele weitere soziale Gruppen, um gemeinsame Ziele in Bildungspolitik bekannt zu machen und diese durchzusetzen.

Die LSV NRW hat den Bildungsstreik begleitet, BSVen und anderen Gruppen eine Vernetzungsmöglichkeit geboten. Jedoch konnte und wollte die LSV nicht als Institution den Bildungsstreik beeinflussen, da dies genau gegenteilig zu den Inhalten gewesen wäre. Die LSV NRW informierte jedoch mit allen Mitteln Presse und Öffentlichkeit. In Personal-Überschneidung nahm die LSV jedoch an Vernetzungstrefen auf Landes- und Bundesebene teil und konnte so die Interessen der Schülerinnen und Schüler NRWs einbringen.

Die Internationale Bewegung ist in Deutschland weniger bekannt, hat aber im Bildungsstreik eine wichtige Rollen. Warum in Deutschland kaum über Proteste im Ausland berichtet wird bleibt ein Mysterium, an sensationellen Inhalt fehlt es nicht. Hungerstreiks und Massen-Aktionen sollten genu Anreiz zu einer Reportage sein.

Bundesweite Forderungen des Schul- und Bildungsstreik:

Schülerinnen und Schüler:

  • Eine Schule für Alle – Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem
  • Kostenlose Bildung für Alle
  • Mehr LehrerInnen, kleinere Klassen
  • Beendet den Einfluss der Wirtschaft auf die Schulen!
  • Gegen Schulzeitverkürzung, wie dem G8-Abitur!
  • Schluss mit Repressionen gegen Schüler und Schülerinnen
  • Für eine Demokratisierung des Bildungssystems!

Studentinnen und Studenten:

Soziale Öffnung der Hochschulen

  • den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen!
  • die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung!
  • die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden – ohne Kredite!
  • die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form gegenüber ausländischen Studierenden!

Abschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form

  • die Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss!
  • das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung!
  • die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium!
  • die tatsächliche Umsetzung der Mobilität zwischen den Hochschulen!

Demokratisierung des Bildungssystems

  • den Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich!
  • die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien!
  • die Einführung verfasster Studierendenschaften mit politischem Mandat in allen Bundesländern!

Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen

  • die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!
  • die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich!
  • die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau! Dazu sind in den nächsten drei Jahren mindestens 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 Tutor_innenstellen neu zu schaffen!
  • die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung!
  • die Einheit von Forschung und Lehre statt der Exzellenzinitiative!

Eine kleine Geschichte

Beginnend im November 2008 mit dem Bundesweiten Schulstreik, bei dem rund 100.000 Menschen in ganze Deutschland teilnahmen, entwickelte sich über Asten, LSVen und andere Organisationen ein deutschlandweites Netzwerk, dass für Juni 2009 einen Bundesweiten Bildungsstreik plante. Ziel war es, eine breite Öffentlichkeit auf die Probleme im Bildungswesen aufmerksam zu machen und so für eine Veränderung zu sorgen. Eine Aktionswoche war geplant, sodass jedem Menschen die Möglichkeit gegeben wurde, an dem vielfältigem Programm und Bildungsangeboten der verschiedenen Gruppen teilzunehmen.

Am 17. Juni, dem bundeweiten Streikttag, kamen rund 270.000 Menschen dezentral zusammen und sorgten mit „Druck von der Straße“ für eine große Wahrnehmung der Problematik.

Dies sollte nicht die letze Aktion im Namen des Bundesweiten Bildungsstreik sein, jedoch die größte. Der Bildungsstreik ist nach den ominösen „68er“ die größte soziale Bewegung in Deutschland.

Im November 2009 startete der „Heiße Herbst“, eine kleine Wiederauflage des Bildungsstreik aus dem Sommer, wiederum mit Großdemonstrationen in verschiedenen Städten. Zudem riefen sehr viele Bündnisse zur Blockade der Kulutusministerkonferenz am 10.12.2009 in Bonn auf, an der sich rund 15.000 „Bildungsstreiker“ beteiligten. Gleichzeit, in Wien beginnend, überrollte Europa eine Welle der Universitätsbesetzungen, oft bekannt mit „Uni brennt“. Schließlich wurd in Düsseldorf sogar, wenn auch nur für ein paar Stunden, eine Schule besetzt.

Nach den großen Erfolgen des Bildungsstreiks war die Bewegung sich über das weitere Vorgehen unklar, nach einer Konfrontation auf Vernetzungstreffen und über E-Mail verteiler von verschieden Stömungen, riefen einige Bündnisse und Gruppen in NRW zum „NRW-weiten Bildungsstreik im Frühling“ mit bundesweiter Beteiligung auf. Die eher als gescheitert zu betrachende Aktion nahm letztendlich dem 3. Bundesweiten Bildungsstreik im Juni 2010 den Boden und sorgte für ein auseinanderfallen der Bewegung.

Die „Strukturen“ des Bildungsstreiks bestehen weiterhin, immer wieder organisieren einzelne Bündnisse Aktionen, ob es nochmal zu einem Bundesweiten Bildungsstreik kommen wird, ist schwer zu sagen.

Wie viel der Bildungsstreik letzendlich bewegt hat, kann mensch kaum ausmachen. In wie weit die Streiks Einfluss auf die letzte Landtagswahl in NRW genommen haben, ist auch schwierig zu sagen, jedoch lässt sich feststellen, dass die Parteien mit „Bildungsstreik-nahem“ Programm eine Mehrheit im Parlament erreicht haben. Was davon verwirklicht wird, ist weiter offen.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen