Aktionswoche kostenlose Bildung!?

Warum eine Aktionswoche für kostenlose Bildung?

Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht gemäß Art. 26 der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.

Bildung ist also ein Recht, welches allen Menschen zur Verfügung stehen muss, unabhängig von ethnischer Herkunft, religiöser Einstellung, Aussehen, Geschlecht und auch unabhängig von der sozialen Herkunft und vor allem vom Geldbeutel der Eltern.

Die Sparpolitik des Staates darf nicht auf unseren und den Schultern unserer Eltern ausgetragen werden.

Die Schule hat als eine der wichtigsten Lerninstitute der BRD die Aufgabe alle SchülerInnen bestmöglich und unabhängig von den oben genannten Eigenschaften auszubilden. Nach dem Ermessen der Landesregierung NRWs gibt es bei uns auch eine komplett kostenlose Bildung. Doch ist das wirklich der Fall?

Wir müssen kein Schulgeld zahlen und auch die Studiengebühren wurden abgeschafft. Das kann man auch erst mal so bestätigen, doch war das schon alles was an Kosten für Bildung drauf geht? Nein! Die Schulbücher, die die SchülerInnen brauchen, werden NICHT alle zur Verfügung gestellt, sie müssen selbst gekauft werden. Die Kopien die in der Schule benötigt werden und die sonstigen Materialien in Chemie oder Sport werden durch einen von den Eltern eingeforderten Betrag am Anfang des Jahres zumindest teilweise abgedeckt. Das Essen in der Mittagspause wird ebenfalls aus Mamas oder Papas Tasche gezahlt, die Fahrkarte zur Schule wird nur in manchen Fällen zu 100% von der Kommune übernommen, und die Klassenfahrten haben auch ihren Preis. Die Liste lässt sich noch beliebig fortsetzen. An dieser Stelle der Argumentation wird gerne auf die Tatsache verwiesen, dass sich sozial-schwache Familien Unterstützung holen können, um diese ganzen Dinge bezahlen zu können.

Es gibt zwei Aspekte, die dieses Argument entkräften. Zum einen steht SchülerInnen, welche auf Zusatzleistungen angewiesen sind, nie das gleiche Bildungsangebot wie ihren wohlhabenderen MitschülerInnen zu. Zum anderen handelt es sich hier um eine prinzipiellen Aspekt: Bildung sollte ALLEN im gleichen Maße und ohne zu überwindende Hürden zur Verfügung stehen. Es muss selbstverständlich sein, dass die SchülerInnen in der Schule ein warmes Essen erhalten, das ihre Schulbücher bezahlt werden, das der Weg zur Schule komplett umsonst ist und auch das eine Klassenfahrt NICHT von den Eltern oder aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss. Außerdem sollte es keiner  nötig haben um diese Bildungsangebote „zu betteln“.

Deswegen hat die Bildungsstreikkonferenz nach dem großen deutschlandweiten Bildungsstreik 2008 die „Aktionswoche für kostenlose Bildung“ (15.-22.11.) ins Leben gerufen. In dieser Woche sollen an möglichst allen Schulen in Deutschland kleine Aktionen oder Workshops oder der gleichen stattfinden, um auf die immer noch prekäre Lage der Schulen, ihrer Bildungsangebote und somit der SchülerInnen selbst aufmerksam zu machen.

Hat die schlechte Finanzierung des Bildungssystems tatsächlich Auswirkungen auf den Bildungsstand der SchülerInnen?

Wie internationale Vergleiche, sowohl im primär als auch im sekundär Bereich zeigen, liegt Deutschland im Vergleich eher im hinteren Bereich. Europäische Länder die wesentlich mehr Geld pro SchülerIn pro Jahr ausgeben haben wesentlich bessere Ergebnisse erzielt. Während Deutschland lediglich 4.6% des BIP in Bildung investiert sind es in Finnland, einem sehr bildungsstarken Land 6,4% des BIP. Die Konsequenzen eines von Sparpolitik zerfressenen Bildungssystems liegen also auf der Hand.

Wie setzt sich die LSV NRW für kostenlose Bildung ein?

Die LSV NRW setzt sich in allen Bereichen für ein gerechtes, qualitatives, kostenloses und demokratisches Bildungssystem ein.

Der aktuellste Anlass ist unsere Kampagne „Gute Naht G8“. Die G8 Reform der Gymnasien ist nicht nur selbst ein weiterer Schritt zu einem kaputt gesparten Bildungssystem, auch kostet sie für viele Familien noch einiges zusätzlich. Viele SchülerInnen schaffen das Abitur nach 8 Jahren nur durch eine Vielzahl an Nachhilfelehrern. Viele Familien können sich das nicht leisten, was die sozial schwächeren SchülerInnen strukturell benachteiligt.

Was fordern wir?

  • Kostenlose Schulbücher und sonstige in Schule benötigte Materialien
  • Kostenloses Mittagessen und Ausbau aller Mensen
  • 100% Fahrkostenerstattung ab einem Schulweg von 3 km.
  • Höhere Subventionierung von Studien- und Klassenfahrten bei sozial-schwachen Familien → gänzliche Finanzierung von Studien- und Klassenfahrten für alle SchülerInnen.

Gute Bildung nicht nur für SchülerInnen aus wohlhabenden Familien.

Keine Schmalspurbildung für die Allgemeinheit.

Alle Schulen sollen eine gleichwertige Ausstattung im Mobiliar und in der technischen Ausstattung erhalten

Kostenlose und qualitative Bildung für ALLE.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen