Pressemitteilung: Nein zur Abschaffung des Faches Sozialwissenschaften

Die LSV NRW kritisiert die Verdrängung der Sozialwissenschaften aus der Schule scharf. Sozialwissenschaften lassen sich nicht durch das Fach „Wirtschaft/Politik“ ersetzen, wie es das Bildungsministerium aktuell plant – und das in Zeiten, in denen antidemokratische Parteien erstarken und die politische Bildung in den Schulen bereits schwächelt.

Mit der Einführung der Fächer „Wirtschaft“ an der Hauptschule und dem Fach „Wirtschaft/Politik“ an Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien begann das Schulministerium im vorletzten Jahr, die politische Bildung in NRW nachhaltig zu schwächen. Themen wie die Demokratieerziehung, die selbst in der Landesverfassung festgeschrieben sind, werden vernachlässigt.

„Durch die Abschaffung des Lehramtsfaches Sozialwissenschaften verliert der Unterricht seinen interdisziplinären Charakter, welcher das Fach ausmacht“, so Moritz Bayerl aus dem Landesvorstand der LSV NRW. Die gesellschaftlichen Fragestellungen, die das Fach Sozialwissenschaften aufwirft, sind komplex und nicht nur aus einer Perspektive zu beantworten. Dem Fach Wirtschaft/Politik fehlt ein wichtiger Blickwinkel. „Zudem ist zu befürchten, dass neue Lehrkräfte nun noch mehr auf Wirtschaftsunterricht gedrillt werden und so der Politikunterricht weiter leidet“, resümiert Bayerl.

Schon 2018 stellten wir fest, „dass bereits heute nur 32 % des Politikunterrichts am Gymnasium politischen und nicht wirtschaftlichen Themen gewidmet ist.“ In Zukunft wird es nicht nur noch weniger Politikunterricht geben, er wird auch schlechter sein, da den Lehrkräften der Zusammenhang, die Sozialwissenschaft, fehlen wird.

Aktuelle Sozialwissenschaftslehrkräfte werden das neue Fach Wirtschaft/Politik nur nach einer Fortbildung unterrichten dürfen. Eine Fortbildung, die bis auf einige Plätze von der freien Wirtschaft, laut Regierung etwa bei der Deutschen Bank, angeboten wird (vgl. Kleine Anfrage 17/12231). „Welche Prägung das Fach also annehmen soll, ist klar: weg von einer pluralen Sozialwissenschaft hin zu einem Wirtschaftsunterricht, der Schüler*innen bestens auf ihre Ausbildung bei der Deutschen Bank vorbereitet“, so Sophie Halley aus dem Landesvorstand.

Daher schließt sich die LSV NRW den Forderungen der anderen Verbände (GEW, DVPB-NW) an: Schule braucht die Sozialwissenschaften, um wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Themen aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch zu betrachten – doch das möchte die Regierung nicht.

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