NRWs Unterricht: Noten vor Wohlergehen

Pressemitteilung

 

“Das seelische Wohl der Schüler*innen muss wichtiger sein, als das Ablegen von Prüfungen oder das standardisierte Bewerten!” – Johanna Börgermann, Landesvorstandsmitglied

Seit dem 14.12.2020 lernen Schüler*innen von zu Hause aus und müssen sich der Herausforderung Homeschooling stellen. Unter stetigem Leistungsdruck bleiben die Erwartungen hoch – vergessen wird dabei, dass Schüler*innen mehr als nur Leistungserbringer*innen sind. Dabei warnen viele Psycholog*innen davor, dass Schüler*innen ohne jeglichen persönlichen Kontakt zu ihren Mitschüler*innen sozial verarmen und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Darüber hinaus ist häusliche Gewalt weiterhin eine ernst zu nehmende Bedrohung für Schüler*innen. Die Landesregierung aber konzentriert sich weiterhin darauf, Schüler*innen irgendwie bewerten zu können, anstatt den Fokus auf die individuellen Probleme und Herausforderungen aller an Schule-Beteiligten zu legen.

Die LSV NRW fordert, dass die seelische Gesundheit aller Schüler*innen ab sofort oberste Priorität in der Schulpolitik hat. Das bedeutet nicht nur das Einstellen von deutlich mehr Schulsozialarbeiter*innen und Schulpsycholog*innen, sondern auch das Aussetzen der Bewertung im “Distanzunterricht”, um den Leistungsdruck von den Schüler*innen zu nehmen.

„Es wird in den verschiedensten Situationen zu Hause gelernt.“, so Xueling Zhou aus dem Landesvorstand, „Die Schüler*innen sind sich durchaus bewusst, dass der Erfolg beim Homeschooling stark von häuslichen Verhältnissen abhängt. Es ist frustrierend und bedrückend für Schüler*innen, die aufgrund unglücklicher Umstände eine schlechtere Bewertung erwarten müssen“, so Zhou weiter. Um den Schüler*innen diesen Frust, den Leistungsdruck und die waltende Ungerechtigkeit zu nehmen, darf der “Distanzunterricht” nicht bewertet werden.

Außerdem muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass Schüler*innen traumatische Erlebnisse aus den Lockdowns in der Schule verarbeiten  können. „Durch das Lernen von zu Hause aus waren viele Schüler*innen schlimmen Situationen, vom stetigen „Alleinesein“ bis zur häuslichen Gewalt, ausgesetzt. Es ist wichtig, dass sie die Möglichkeit bekommen, über diese zu reden und schnelle Lösungen zu finden, um das Wohl der Schüler*innen zu schützen“, erklärt Julius van der Burg, ebenfalls aus dem Landesvorstand. Solange die Landesregierung aber keine weiteren Schulsozialarbeiter*innen und Schulpsycholog*innen an den Schulen einstellt, wird es unmöglich sein, jeder*jedem Bedürftigen so ein Angebot zu machen.

Die LSV NRW fordert deshalb schnelles Handeln und eine Richtungsänderung der Schulpolitik – das seelische Wohl der Schüler*innen muss endlich die Priorität werden, die sie schon immer hätte sein müssen!

 

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