Frauen* müssen täglich kämpfen – Frauenkampftag ist jeden Tag

Pressemitteilung

Frauen* müssen täglich kämpfen – Frauenkampftag ist jeden Tag

Anlässlich des internationalen Frauenkampftags fordert die Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW), dass Sexismus als strukturelles Problem bereits in der Schule besprochen und dagegen angegangen wird. Schüler*innen müssen empowert und emanzipiert unsere zukünftige Gesellschaft stärken und bereichern können. Zudem fordert die LSV NRW, dass Menstruationsprodukte kostenfrei in öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung stehen und der § 219a StGB abgeschafft wird.

Am internationalen Frauenkampftag geht es um die Ungleichbehandlung von Frau* und Mann – dieser Tag findet seit mehr als 100 Jahren statt, doch bis heute ist eine Gleichstellung immer noch keine Realität. Früher ging es an diesem Tag um das Recht, als Frau wählen oder arbeiten gehen zu dürfen – heute geht es um gleiche Löhne, Jobs in Führungspositionen, die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und vieles mehr. Das diesjährige Motto des Weltfrauentages der UN lautet: “Frauen in Führungspositionen: Für eine ebenbürtige Zukunft in einer COVID-19-Welt”.

Auch in der Schule gibt es zu wenig Frauen* in Führungspositionen. “Schulleitungen oder Stufenleitungen sind stark männerdominiert – und das, obwohl die Schule ein Vorbild für alle sein soll. Des Weiteren sind Frauen* auch im Landtag, Bundestag oder anderen Parlamenten unterrepräsentiert. Dies wirkt sich auch auf die Schüler*innen aus, die eher Schüler statt Schülerinnen* in die SV oder als Schüler*innensprecher wählen. Damit wird Frauen* bereits in jungem Alter vor Augen geführt, dass sie es schwieriger haben, in Führungspositionen zu gelangen.”, erklärt Sophie Halley aus dem Landesvorstand. Diesem Trend versucht die LSV NRW mit Hilfe ihres Geschlechterstatuts entgegenzuwirken.

Allerdings darf die LSV NRW mit dem Kampf nicht alleine gelassen werden. Deswegen muss Sexismus, Emanzipation und Empowerment ein fester Bestandteil in den Lehrplänen werden. “Denn jede*r kennt den Moment, wenn eine Lehrkraft fragt, ob ein paar starke Männer beim Tragen helfen können. Wenn sich hierauf eine Schülerin* meldet, hat sie im besten Fall nur mit ein paar schrägen Blicken zu rechnen. Um solche Situationen aus dem Schulalltag zu verbannen, muss die Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts im Unterricht behandelt werden.”, so Johanna Börgermann aus dem Landesvorstand. Schüler*innen sollten emanzipiert und empowert aus der Schule kommen und damit auch das Selbstvertrauen bekommen, einen Studiengang aufgrund von Interessen zu wählen und nicht aufgrund der Erwartungen der Gesellschaft.

Ein weiteres Problem, welches Schülerinnen* weltweit bedrückt, ist die Periode und die, durch die patriarchale, heteronormative, binäre Weltsicht entstandene und damit einhergehende Scham. Die Periode gehört zur Entwicklung des weiblichen Körpers – sie sollte also niemandem peinlich oder unangenehm sein. Deshalb sollten in Schule sowie in allen anderen öffentlichen Einrichtungen immer Menstruationsprodukte bereit liegen. Dies soll dazu beitragen, dass die Periode kein Tabuthema mehr in unserer Gesellschaft ist, sondern ein Thema wie jedes andere. Eine Bereitstellung von Menstruationsprodukten würde dieses Thema nicht nur “normalisieren”, sondern auch die Gesellschaft dafür sensibilisieren und somit auch die Anerkennung der Frau* steigern.

Doch die Ungleichberechtigung der Frau* endet nicht am Schultor, und so werden Schülerinnen* genauso außerhalb Schule diskriminiert und beeinflusst. Um die Selbstbestimmung aller gebärfähigen Menschen wirklich anzuerkennen, muss aber auch der ärztlich durchgeführte Schwangerschaftsabbruch legalisiert werden. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre dafür die Abschaffung des Paragrafen 219a StGB. Es ist ein Skandal, dass in einer sich für aufgeklärt haltenden Gesellschaft Informationen über einen medizinischen Eingriff als Werbung angesehen und kriminalisiert werden. Informationen sind wichtig, gerade bei einem so wichtigem Thema wie diesem. Deswegen muss nach Meinung der LSV NRW bereits im Sexualkundeunterricht über Schwangerschaftsabbrüche gesprochen werden. Denn es kann Schüler*innen betreffen und damit das gesamte Leben auf den Kopf stellen. Es bedarf also der Möglichkeit, sich gesicherte Informationen zu beschaffen.

Frauen*
Das Sternchen* dient als Zeichen, über das man stolpert und welches zeigt, dass es mehr als nur Mann und Frau gibt. Zudem soll es zum Weiterdenken anregen.

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