Blog Archives

Bildung für Alle? Der Witz geht weiter.

„Bildung für alle? Der Witz geht weiter. – Gegen Selektion im deutschen Bildungssystem“ – unter dieser Überschrift will die LSV NRW sich in den kommenden Monaten mit den verschiedenen Ungerechtigkeiten im deutschen Schulsystem beschäftigen und auf diese öffentlich aufmerksam zu machen. Neben der zentralen Informationskampagne wird es außerdem dezentrale Aktionen der einzelnen BezirksschülerInnenvertretungen geben. Auch die kommenden Landesdelegiertenkonferenzen werden sich intensiv mit dem Thema Selektion auseinandersetzen.
Weiterlesen

LSV NRW stellt sich klar gegen Schulranking

Die Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW) lehnt jegliche öffentliche Benotung und Klassifizierung von Schulen ab. Eine solche schafft eine neue, noch stärkere Form des Konkurrenzkampfes und der Selektion. Sie kann den verschiedensten Anforderungen, denen sich Schule mit ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag heute ausgesetzt sieht, niemals und erst recht nicht in vergleichender Form gerecht werden. Ebenso wenig, wie Noten oder eine strikte Bewertung in Ranking-Form der*dem einzelnen Schüler*in gerecht werden, kann man mit ihrer Hilfe Schulen vergleichen. Stattdessen werden scheinbare Elite- und Problemschulen geschaffen. Statt Solidarität und Kollektivität unter Schüler*innen zu schaffen, Heterogenität zu fördern und Schule als Lebensraum zu gestalten, wird ein noch stärkerer Konkurrenzkampf provoziert.
Weiterlesen

Stellungnahme zum Kooperationsverbot im Bildungsbereich

ResolutionStellungnahme der Landesschüler*innenvertretung NRW
zum Kooperationsverbot im Bildungsbereich zwischen Bund und Ländern

Spätestens seit der Föderalismusreform 2006, bei der die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern in großem Umfang neu geregelt wurden, begleitet uns das geheimnisvolle Wort “Kooperationsverbot” in fast jeder bildungspolitischen Debatte. Bis heute wird es gerne als allgemeine und über allem stehende Begründung für die Unterfinanzierung der Bildungssysteme der 16 Bundesländer angeführt, verbunden mit der Botschaft, dass es nur an der Ignoranz des Bundes liege, wenn finanzschwache Kommunen und Länder keine Unterstützung für die Sanierung ihrer schulischen Infrastruktur erhalten. Fest steht, dass die Leidtragenden des Hin und Hers im deutschen Föderalismus letzten Endes immer die Schüler*innen sind – und oft auch die Lehrer*innen – ganz gleich, ob sie in Nordrhein-Westfalen, in Berlin oder anderswo zur Schule gehen.
Weiterlesen

Stellungnahme: Schulsozialarbeit wichtiger Bestandteil des Schullebens

ResolutionViele Schüler*innen kennen es – Ärger mit den Eltern, Probleme in der Klasse, Überforderung im Unterricht oder Prüfungsangst überschatten alles Positive. Die Schule entwickelt sich für viele Kinder und Jugendliche immer weiter zu einem Lebensraum, der natürlicherweise auch Probleme mit sich bringt. Die Normalität dessen ist allgemein bekannt, trotzdem ist die Schulzeit ein besonders elementarer Teil des Erwachsenwerdens. Und dieser Prozess erfordert individuelle Förderung und Unterstützung für jede*n einzelne*n Schüler*in.
Wie können wir also erreichen, dass den Schüler*innen neben fachlichem Wissen aus dem Unterricht auch eine Anlaufstelle bei Problemen geboten wird?
Die Landesschüler*innenvertretung NRW fordert- auch im Zuge der Kampagne „WIR sind mehr wert – Kostenlose Bildung für alle!“ einen weitreichenden Ausbau der Stellen für Schulsozialarbeiter*innen an NRWs Schulen. Die Sozialarbeit ist ein elementarer und tragender Grundpfeiler für das schulische Zusammenleben. Ansprechpartner*innen für Schüler*innen dürfen nicht nur aus dem jeweiligen Lehrer*innenkollegium stammen. Das ist besonders dadurch begründet, dass Lehrer*innen in den wenigsten Fällen die richtige Ausbildung vorweisen können und infolgedessen in vielen Situationen nicht in dem Maße als Vertrauenspersonen geeignet sind, wie Sozialpädagog*innen das wären. Viele Gründe sprechen also für eine Erweiterung des sozialpädagogischen Angebots:
Weiterlesen

Stellungnahme zum (strukturellen) Lehrkräftemangel

ResolutionFast täglich hört man quer durch alle Medien von einem eklatanten Mangel an Lehrerinnen und Lehrern an den nordrhein-westfälischen Schulen – so ist dieses Problem auch schon seit vielen Jahren einer der Hauptkritikpunkte der LandesschülerInnenvertretung NRW an der Bildungspolitik des Landes. Seit langem bekommen viele Schüler*innen des Landes die Konsequenzen dieser Situation zu spüren – zu große Klassen, teilweise hervorgerufen durch sehr hohe Richtwerte, beengte Verhältnisse in Kursen jenseits von 30 Schüler*innen, häufiger Unterrichtsausfall auch über längere Zeit hinweg und das völlige Ausbleiben von individueller Förderung gehören vielerorts längst (oder noch immer) zur Normalität.
Weiterlesen

Stellungnahme zur Förderung des Zuganges von Menschen mit körperlicher Behinderung zu Veranstaltungen der Landesschüler*innenvertetung NRW (LSV NRW)

Seit ihrer Gründung im Jahr 1975 steht die LSV stets für moderne und gleichberechtigte Inhalte, die die Schule in NRW nachhaltig optimieren sollen. Im Fokus dieser Forderungen steht und stand stets die Forderung nach einer Gleichberechtigung aller Schülerinnen und Schüler im Raum Schule und in der Gesellschaft. Eine der zentralen Forderungen in diesem Rahmen ist die Forderung nach einer rundum inklusiven Schule. Soweit die Idealvorstellung der LSV.

Im Alltag sieht dies auch im Jahr 2016 noch sehr anders aus. Zwar ist vom Land NRW mittlerweile beschlossen worden, dass an allen Schulen in NRW inklusiv beschult wird, doch wird dies durch viele Faktoren sowohl kurzfristig, als auch durch den Schulkonsens langfristig, erschwert. Weiterlesen

Eine für alle: Die inklusive Schule für die Demokratie

buko-esfa-16Am 26. und 27. September wird in Frankfurt der Kongress „Eine Schule für alle – Die inklusive Schule für die demokratische Gesellschaft“ stattfinden. Veranstalter ist neben der GEW Bund, der Aktion Humane Schule, dem GGG-Verband der Schulen des gemeinsamen Lebens und dem Grundschulverband auch das NRW-Bündnis
Eine Schule für Alle, dem auch die LSV NRW angehört.

Die LSV NRW erklärt mit der folgenden Erklärung ihre Teilnahme an diesem Kongress:
Weiterlesen

Umfrage zu den Bundesjugendspielen

Symbolbild InklusionDas Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führt seit heute eine Online-Umfrage zu den Bundesjugendspielen durch. Dabei wird vor allem die Teilnahme an den Bundesjugendspielen im vergangenen Schuljahr mit erlangter Urkunde etc. abgefragt. Einzig die letzte Frage „Hast Du eine Idee für die Bundesjugendspiele?“ erlaubt eine Bewertung der Bundesjugendspiele im Freitext.
Wir rufen alle Schülerinnen und Schüler auf, diese Möglichkeit zu nutzen und ihre persönliche Erfahrung mit den Bundesjugendspielen im Rahmen der Umfrage zu schildern.
Zur Umfrage

Die LandesschülerInnenvertretung NRW hat auf ihrer
115. Landesdelegiertenkonferenz eine Resolution verabschiedet, in der die Abschaffung der Bundesjugendspiele gefordert wird. Gerade in Zeiten zunehmender Inklusion sind die Bundesjugenspiele nicht mehr zeitgemäß.
Stattdessen fordern wir „ein Sportfest, dass auf Freiwilligkeit beruht und eine breitere Auswahl an sportlichen Stationen bietet. Der Leistungsgedanke ’schneller, weiter, höher‘ soll dabei weniger im Mittelpunkt stehen, als das Miteinander. Eine gute Ersatzveranstaltung für die Bundesjugendspiele fördert das Verständnis, dass jedeR SchülerIn einen wichtigen Platz in der Gruppe einnimmt und (sportliche) Aufgaben am besten im Team gelöst werden können.“
Resolution: Bundesjugendspiele abschaffen!

Wie sind Eure Erfahrungen mit den Bundesjugenspielen? Schreibt uns!

Eltern wollen zurück zu G9

Leistungsdruck50.000 Menschen beteiligten sich an der Umfrage zur Schulzeitverkürzung G8, die die Landeselternschaft der Gymnasien NRW durchführte.
Das Ergebnis ist eindeutig: 79% der befragten Eltern wollen zurück zu G9. Besonders bemerkenswert: Selbst die DirektorInnen von Gymnasien wollen offensichtlich den Ausstieg aus dem Turbo-Abitur – 70% von ihnen sprechen sich für G9 aus.
Meldung des WDR (wdr.de, 16.04.2016)
[Update] Etwas ausführlicherer Bericht (report-d.de, 16.04.2016)

Die LSV NRW spricht sich seit Einführung gegen die Schulzeitverkürzung G8 aus. Hier eine Auswahl:
Argumente gegen die Schulzeitverkürzung (G8) – Resolution vom 28.11.2010
G8 – Kopflos durch die Wand – Resolution vom 28.11.2010
Sparen. Selektieren. Konkurrieren. Burnout! – Resolution vom 28.10.2012
“Gute Nacht, G8!” bleibt aktuell – Resolution vom 24.05.2014
Stellungnahme zu den Ergebnissen des Runden Tisches – PM vom 07.11.2014

Vortrag von Prof. em. Dr. Klaus Klemm auf der 116. LDK

Vortrag Prof. Klemm Zur Einführung in die Arbeit der 116. LDK am Konzept der „Inklusiven Ganztagsgesamtschule“ (IGGS) hielt am 19.02.2016 der renommierte Bildungsforscher Prof. em. Dr. Klaus Klemm einen Vortrag zu den Themen Inklusion und Ganztagsschule. Dabei zeigte er vor allem die Nachteile des selektiven Charakters des deutschen Bildungssystems auf, das sozial Schwächere deutlich benachteiligt und Bildungsbiographien durch die Aufteilung in verschiedene Bildungsgänge zementiert, anstatt allen Schülerinnen und Schülern gleiche Chancen entsprechend ihrer Fähigkeiten zu ermöglichen.
Unter der Überschrift „Inklusion in der Exklusion“ wies er darauf hin, dass die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Inklusion nach wie vor von einzelnen Bildungsgängen kaum geleistet wird.
Für den Ganztag wies er auf den Widerspruch zwischen als „Aufbewahrung“ verstandenem Ganztag und den pädagogischen Chancen hin, die der so genannte gebundene Ganztag für alle im System Schule bieten kann. Sind besondere Lernzuwächse durch Ganztagsschulen nicht automatisch verifizierbar, sind im Bereich des Sozialen Lernens deutliche, positive Effekte zu erkennen.
Mit Genehmigung von Prof. Klemm veröffentlichen wir die seinen Vortrag unterstützende Präsentation:
Vortrag Prof. Klemm bei der LSV NRW am 19.02.2016 (pdf)

Diskriminierung erlebt? Berichte davon!

umfrage-diskriminierungHeute startet eine groß angelegte Umfrage zum Thema Diskriminierung, die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gemeinsam mit dem Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung durchgeführt wird.
Bis zum 30. November sind alle in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren dazu aufgerufen, von eigenen, diskriminierenden Erfahrungen zu berichten.
(Die Umfrage steht in verschiedenen Sprachen zur Verfügung)

Hilf mit, Diskriminierung sichtbar zu machen!
Zur Umfrage: umfrage-diskriminierung.de

Der Fragebogen kann auch in Papierform inkl. Freiumschlag bestellt werden: stefanie.bewersdorff@ads.bund.de

Neuer Reader zu diversitätsbewusster Jugendarbeit

diversität-idaGemeinsam mit dem Verein „transfer e.V. hat das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) eine neue Handreichung mit zum Diversitätsbewusste (internationale) Jugendarbeit herausgegeben.

Im Fokus steht dabei, möglichst vielen jungen Menschen Zugänge zu gesellschaftlichen Ressourcen und zu Teilhabe zu ermöglichen und Benachteiligungen auszugleichen. Für Jugendverbände und Träger der Internationalen Jugendarbeit geht es darum, Vielfalt als von vornherein vorhandene Selbstverständlichkeit wahrzunehmen und sensibel für Diskriminierungen und Ausschlussmechanismen zu werden.
Weiterlesen

Für ein kritisches und angeregtes Studium!

Auf Grund der Umstellung auf das Bachelor-/Masterstudium droht in Kürze droht tausenden Lehramtsstudierenden die Exmatrikulation. Die Gründe, warum die Studierenden ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben, sind dabei unerheblich.
Ein breites Bündnis um das Landeslehramtsfachschaftentreffens NRW fordert nun die Landesregierung auf, die Auslauffristen der alten Lehramtsstudiengänge aufzuheben und somit allen Studierenden zu ermöglichen, ihr Studium in der dafür nötigen Zeit abschließen zu können.
Mehr Infos zur Kampagne, Pressemitteilungen und einen offenen Brief an das Wissenschaftsministerium gibt es unter fristen-kippen.de
Außerdem gibt es eine Online-Petition
Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann auch die Facebookseite der Kampagne besuchen.

Voraussetzung für inklusive Pädagogik: Verzicht auf Ziffernnoten

teamDie Bildungsjournalistin Brigitte Schumann berichtet auf
bildungsklick.de vom hessischen Schulversuch „begabungsgerechte Grundschule“.
Der darin u.a. praktizierte Verzicht auf die Verwendung von Ziffernnoten wird ausdrücklich mit einem „systemischen Verständnis von Inklusion auf der Basis von Diskriminierungsfreiheit und Chancengleichheit“ begründet.
Weiterlesen

„Soziale Schieflage“ – DGB zieht Bilanz

Acht Jahre nach dem von Angela Merkel initiierten „Bildungsgipfel“ zieht der DGB Bilanz:
„Die soziale Schieflage bleibt die Achillesferse unseres Bildungssystems.[…] Die vermeintliche ‚Bildungsrepublik Deutschland‘ bleibt ein sozial gespaltenes Land.“

Zum vollen Artikel auf der Homepage des DGB

Wir sind mehr wert!

falt-unter-smallSo lautet der Titel unserer Kampagne gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems. Es fehlt an allen Ecken: Zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Schulsozialarbeit, marode Schulgebäude, schlechte Ausstattung, vielerorts gibt es nicht einmal spezielle ÖPNV-Tickets für Schüler*innen.
Mehr Infos zum Thema und unseren Forderungen sind zu finden in unserem
Faltblatt (pdf, 799kB), das auch kostenfrei bestellt werden kann.