Stellungnahme zur Förderung des Zuganges von Menschen mit körperlicher Behinderung zu Veranstaltungen der Landesschüler*innenvertetung NRW (LSV NRW)

Seit ihrer Gründung im Jahr 1975 steht die LSV stets für moderne und gleichberechtigte Inhalte, die die Schule in NRW nachhaltig optimieren sollen. Im Fokus dieser Forderungen steht und stand stets die Forderung nach einer Gleichberechtigung aller Schülerinnen und Schüler im Raum Schule und in der Gesellschaft. Eine der zentralen Forderungen in diesem Rahmen ist die Forderung nach einer rundum inklusiven Schule. Soweit die Idealvorstellung der LSV.

Im Alltag sieht dies auch im Jahr 2016 noch sehr anders aus. Zwar ist vom Land NRW mittlerweile beschlossen worden, dass an allen Schulen in NRW inklusiv beschult wird, doch wird dies durch viele Faktoren sowohl kurzfristig, als auch durch den Schulkonsens langfristig, erschwert.

Die LSV, Interessenvertretung der rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in NRW, die sich in ihren Forderungen und Idealen als fortschrittliche Organisation sieht, strebt auch in ihren eigenen Strukturen an, die realen Verhältnisse der SchülerInnen mit und ohne Beeinträchtigungen abgebildet zu sehen. Alle Schülerinnen und Schüler sollen in SVen, BSVen und der LSV gleichberechtigt mitarbeiten können, wenn sie dies wollen. Dies wird uns aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen für die Inklusion erheblich erschwert.

Um ein Beispiel für die Beeinträchtigung unserer Arbeit zu geben: im April dieses Jahres gab die LSV einige Basisseminare, die als eine aktive Unterstützung für SVen konzipiert waren. Für unsere Veranstaltung in Düsseldorf fragten zwei Teilnehmer*innen von einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt “Hören” an, ob die Übernahme der Kosten für eine*n Gebärdendolmetscher*in von der LSV NRW übernommen werden könne. Da dies mit dem Haushalt der LSV nicht möglich war, fragten wir bei der Bezirksregierung Düsseldorf an, ob diese Kosten übernommen werden könnten.

Dies wurde abgelehnt mit der Begründung, die Basistour sei keine für die Arbeit der LSV zwingend notwendige Veranstaltung. Aber in der Satzung der LSV (§1, Absatz 2) ist als ein Zweck des Verbandes folgendes festgeschrieben: „Die Arbeit der SchülerInnenvertretung findet auf Schul-, Kommunal-, Bezirks-, und Landesebene statt. Die LSV NRW organisiert die Schüler*innenvertretungen der verschiedenen Ebenen und bildet ihren Landesverband.“ Die LSV NRW sieht es also neben der Vertretung der Interessen der 2,5 Millionen Schüler*innen ebenso als ihre Aufgabe an, nach bestem Wissen und Gewissen die Schüler*innenvertretungen der einzelnen Schulen sowie die Schüler*innenvertretungen auf Bezirksebene strukturell und inhaltlich zu vernetzen und zu unterstützen. Im Rahmen dieser Aufgabe ist es uns ein wichtiges Anliegen, nicht nur auf den in unserer Satzung verankerten Veranstaltungen, sondern auch auf Veranstaltungen, die anderen Zwecken unseres Verbandes zuzuordnen sind, einen gleichberechtigten Zugang für alle Schülerinnen und Schüler in NRW zu schaffen.

Wir sind mehr wert!

falt-unter-smallSo lautet der Titel unserer Kampagne gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems. Es fehlt an allen Ecken: Zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Schulsozialarbeit, marode Schulgebäude, schlechte Ausstattung, vielerorts gibt es nicht einmal spezielle ÖPNV-Tickets für Schüler*innen.
Mehr Infos zum Thema und unseren Forderungen sind zu finden in unserem
Faltblatt (pdf, 799kB), das auch kostenfrei bestellt werden kann.