Resolution: Kein Konsens für Nonsens!

Im Herbst 2011 beschloss die damalige rot-grüne Landesregierung mit den Stimmen der CDU den sogenannten Schulkonsens. Dieser beinhaltet neben vielen kleineren Reformen die Einführung einer neuen Schulform, die Sekundarschule. Die Sekundarschule soll ab dem nächsten Schuljahr neben den bisherigen fünf Regelschulen in NRW Kinder der Sekundarstufe I aufnehmen. Sie besitzt keine eigene Oberstufe und ersetzt auch keine der bisherigen Schulformen.
Angeblich sollen auf ihr alle Kinder länger und vor allen Dingen inklusiv lernen. SPD und Grüne behaupten deswegen in der Öffentlichkeit gerne die Sekundarschule sei „eine Schule für alle“.

Zuerst ist festzuhalten, dass es sich bei der Sekundarschule keinesfalls um „eine Schule für alle“ handelt. Dies würde nämlich voraussetzen, dass die Mehrgliedrigkeit unseres Schulsystems abgeschafft worden wäre. Tatsächlich bleibt mit dem Schulkonsens die Mehrgliedrigkeit des Schulsystems in NRW in der Landesverfassung verankert. Dies war, ebenso wie das Versprechen zwölf Jahre keine weitreichenden Schulreformen mehr vorzunehmen, ein Zugeständnis der damaligen Regierungsparteien an die CDU, auf deren Stimmen sie meinte, angewiesen zu sein.
Auch die Inklusion ist laut dem neuen Gesetz für die neuen Sekundarschulen nicht verpflichtend, obwohl diese seit 2008 laut Beschluss der UN zu den Menschenrechten zählt.
Die Folgen sind klar: Das Gymnasium existiert weiter und die Selektion nach Bildungsgewinnern und Bildungsverlierern bleibt erhalten. Daran ändert auch das angeblich längere gemeinsame Lernen nichts. Ohnehin gibt es dieses quasi nicht. Verpflichtend ist für Schulen nämlich nur, die ersten beiden Jahre im Klassenverband zu unterrichten, danach darf konsequent weiter selektiert werden, die schon in der Grundschule ihren Anfang findet.
Mit dem Schulkonsens entfernt sich das Schulsystem in NRW noch mehr von dem Ideal einer gerechten Bildungslandschaft. Deswegen fordert die LSV weiterhin die Inklusive Ganztagsgesamtschule (IGGS) und keinen „ Nonsens Konsens“!

Resolution beschlossen auf der 105. Landesdelegiertenkonferenz am 13.05.2012

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