Resolution „Klassenfahrten“ der 107. LDK

Die LandesschülerInnenvertretung NRW begrüßt sehr die Feststellung der Ansprüche von Lehrerinnen und Lehrern auf Erstattung der Reisekosten für Klassenfahrten durch die Urteile des Bundesarbeitsgerichts vom 16.10.2012 und des Oberverwaltungsgerichts Münster vom 14.11.2012. Für uns war es noch nie verständlich, warum die Lehrerinnen und Lehrer, die einen pädagogischen und erzieherischen Auftrag erfüllen sollen, ergo im Dienst sind, Kosten für Schulfahrten und Ausflüge selber aufbringen sollen.

Durch diese Urteile sah sich das Ministerium für Schule und Weiterbildung genötigt, ergänzend zu den Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten vom 19.März 1997 (“Wandererlass”) ein Schreiben zu veröffentlichen. Dieses Schreiben gefährdet durch seine unklare Formulierung die Klassenfahrten, denn “Schulleiterinnen und Schulleiter können Schulwanderungen und Schulfahrten dann genehmigen, wenn gesichert ist, dass die entstehenden Reisekosten gedeckt sind.” Das Land sieht hier – wie in den letzten Jahren – nur einen Betrag von 5.986.700 Euro vor, der aufgeteilt auf alle Schulen viel zu niedrig ist, denn dieses Budget geht in die Schulhaushalte ein und die Schulleitungen müssen hiermit alle für die LehrerInnen entstehenden Fahrtkosten bezahlen, was unmöglich ist. Somit sind Klassenfahrten stark gefährdet, da die Schulleitungen hier entscheiden müssen, ob jetzt die Kosten der Klassenfahrten oder z.B. Fortbildungen bezahlt werden. Dies halten wir für äußerst problematisch. Auf die
Änderung der Rechtslage muss aus Sicht der LSV notwendiger Weise mit einer deutlichen Erhöhung des
Budgets für Klassenfahrten reagiert werden.
Studien- und Klassenfahrten gehören für uns zu den Grundbausteinen guter Schulbildung, sie sollen, wie im Wandererlass beschrieben, “[…] einen deutlichen Bezug zum Unterricht haben, programmatisch aus dem Schulleben erwachsen und im Unterricht vor- und nachbereitet werden.” Allein aufgrund des nachweislich positiven Effekts auf das Klassen- und Gruppengefüge sind diese Fahrten für uns absolut unersetzlich. Außerdem werden durch diese Fahrten oft außerschulische Lernorte erreicht, die sonst nicht erreichbar wären. So wäre z.B. ein Besuch des Bundestages wohl kaum durchführbar, der Unterricht würde noch theoretischer stattfinden müssen als bislang schon, Interesse an aktiver Beteiligung an der Gesellschaft würde so ganz bestimmt nicht geweckt. Derartige Fahrten sind kein Luxus, sondern für viele Schülerinnen und Schüler die einzige Möglichkeit, andere Orte, Städte und Kulturen kennen zu lernen.
Klassenfahrten sollen allen Beteiligten Spaß und Freude machen. Aber für die LehrerInnen sind sie (auch) Teil ihrer
Dienstpflichten, und deren Erfüllung darf nicht zu finanziellen Benachteiligungen führen.
Deshalb fordert die LSV NRW für die Überarbeitung des “Wandererlasses”:

  1. Eine angemessene Erhöhung der finanziellen Ausstattung für die Erstattung aller Fahrtkosten der
    LehrerInnen für alle Schulfahrten
  2. Zusicherung des Landes, jede/r
    Klasse/Oberstufenjahrgang mindestens alle zwei
    Jahre eine Schulfahrt durchführen kann
  3. Gemeinsame Festlegung der maximalen Kosten für
    Schulfahrten unter Einbeziehung der Lehrer- und
    Elternverbände sowie der LSV NRW

Beschlossen am 24.02.2013 auf der 107. Landesdelegiertenkonferenz der LSV NRW in Dortmund

Wir sind mehr wert!

falt-unter-smallSo lautet der Titel unserer Kampagne gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems. Es fehlt an allen Ecken: Zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Schulsozialarbeit, marode Schulgebäude, schlechte Ausstattung, vielerorts gibt es nicht einmal spezielle ÖPNV-Tickets für Schüler*innen.
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