Resolution: G8 – Kopflos durch die Wand

Die LandesschülerInnenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) setzt sich dafür ein, die Schulzeitverkürzung zurück zu nehmen. Mit der Verkürzung des Gymnasiums von neun auf acht Jahren wurde der Schulalltag für viele Schülerinnen und Schüler unerträglich, da sie in kürzerer Zeit immer mehr lernen und gleichzeitig täglich immer länger in der Schule bleiben müssen. Dabei haben die meisten Gymnasien nicht die richtige Infrastruktur, um nach einem
Mittagessen Unterricht auch am Nachmittag durchführen zu können. Zu einem guten Ganztagsprogramm in den Schulen gehört mehr als einfach nur Unterricht bis um vier Uhr.
Anstatt die seitens der Landesregierung so groß geschriebene individuelle Förderung gibtes am Gymnasium nun nur eine Elitenbildung nach dem Motto „Wer gut genug ist, gehört dazu, der Rest kann gehen“. Dies erzeugt unnötigen Druck, Schule wird zunehmend ein Ort der Angst. Um das Lernen zu fördern, ist jedoch eine angenehme Atmosphäre besonders wichtig.

Die Schülerinnen und Schüler des ersten Jahrgangs des achtjährigen Abiturs sind dabei nicht nur die Versuchskaninchen der Landesregierung. Sie haben das Los gezogen, zusammen mit dem letzten Jahrgang des neunjährigen Bildungsganges das Abitur zu machen. So entsteht ein doppelt so großer Abschlussjahrgang, für den jegliche Konzepte fehlen. Es gibt keine weiteren Ausbildungsplätze, die ohnehin schon nicht reichen. Und es sollen zwar doppelt so viele Studienplätze angeboten werden, aber wie das erreicht werden soll, steht in den Sternen. Die Universitäten NRWs erfüllen weder die baulichen Voraussetzungen noch haben sie die nötige fachspezifische Ausstattung um einen derartigen Ansturm an Studierenden aufzufangen.Das Konzept der Landesregierung sieht vor die erhöhten Studierendenzahlen durch Lehraufträge zu kompensieren. Damit ist keine nachhaltige Studienplanung möglich.
Es muss es für jede Schülerin und für jeden Schüler einen Ausbildungsplatz oder einen Studienplatz geben – trotz des Doppeljahrgangs!

Beschlossen auf der 100. Landesdelegiertenkonferenz am 28.November 2010

Wir sind mehr wert!

falt-unter-smallSo lautet der Titel unserer Kampagne gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems. Es fehlt an allen Ecken: Zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Schulsozialarbeit, marode Schulgebäude, schlechte Ausstattung, vielerorts gibt es nicht einmal spezielle ÖPNV-Tickets für Schüler*innen.
Mehr Infos zum Thema und unseren Forderungen sind zu finden in unserem
Faltblatt (pdf, 799kB), das auch kostenfrei bestellt werden kann.