Bundesjugendspiele abschaffen

Die Idee für die Bundesjugendspiele, die schon im Ansatz abzulehnen ist, geht auf den Sportfunktionär aus der Weimarer Republik / Zeit des Nationalsozialismus Carl Diem zurück, der den Sport als Vorbereitung für den zweiten Weltkrieg gesehen hat (der sportliche „Geist“ hat den „Sturmlauf“ durch Polen, Norwegen, Holland,
Belgien und Frankreich möglich gemacht) und Sätze wie „Sport ist freiwilliges Soldatentum“ geprägt hat. Die Bundesjugendspiele sind nicht mehr zeitgemäß, sie bestehen aus der öffentlichen Darstellung von Bestleistungen, statt den olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles“ zu fördern.

Sie sind eine Zwangsveranstaltung, alle SchülerInnen bis zur 10. Klasse müssen daran teilnehmen. Die LSV NRW soll sich für eine Schule einsetzen, die auf der Freiwilligkeit und Freiheit der SchülerInnen beruht. Sport in der Schule soll Spaß machen und SchülerInnen motivieren, sich auch in ihrer Freizeit körperlich zu
betätigen, egal welches Talent und Können die oder der einzelne besitzt. Dieses Ziel erfüllen die Bundesjugendspiele nicht, sie demotivieren vielmehr SchülerInnen und setzen sie durch den starken Wettbewerbscharakter unter sozialen Druck. Die Bundesjugendspiele bieten kaum Möglichkeit zum Training oder Verbesserung der eigenen Fähigkeiten, sondern stellen vor allem Leistung bzw. Versagen öffentlich dar. Jahr für Jahr stellen sie eine Demütigung für manche SchülerInnen dar, die nicht so leistungsstark sind, wie andere, was dazu führen kann, dass diese SchülerInnen sich selbst als unsportlich ansehen und eine positive Einstellung zum Sport und zum eigenen Körper verhindert.

Am Ende der Bundesjugendspiele erhalten die SchülerInnenTeilnehmerInnen-, SiegerInnen- bzw. Ehrenurkunden und werden so in „schlechte“, „mittelmäßige“ und „gute“ SchülerInnen eingeteilt. Bei der Bewertung wird zudem nur Alter und sogar das Geschlecht beachtet, was schon aufgrund der Geschlechterverhältnisse
und der Tatsache, dass es keine wesentlichen Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern bis zur Pubertät gibt, kritisch gesehen werden sollte. Nicht dagegen werden die individuellen Voraussetzungen, wie das Gesamterscheinungsbild eines Menschen, die Größe oder der Körperbau beachtet. Eine sinnvolle und gute
Rückmeldung für die SchülerInnen würde sich an den für jeden Menschen unterschiedlichen Voraussetzungen orientieren und nicht am Vergleich mit anderen. Einer Gesellschaft, die auf Konkurrenz und Leistungsdruck besteht, soll so entgegengewirkt werden und gefördert werden, dass jedeR das für sie oder ihn Bestmögliche erreicht.

Statt der Bundesjugendspiele soll sich die LSV NRW für ein Sportfest einsetzen, dass auf Freiwilligkeit beruht und eine breitere Auswahl an sportlichen Stationen bietet. Der Leistungsgedanke „schneller, weiter, höher“ soll dabei weniger im Mittelpunkt stehen, als das Miteinander. Eine gute Ersatzveranstaltung für die
Bundesjugendspiele fördert das Verständnis, dass jedeR SchülerIn einen wichtigen Platz in der Gruppe einnimmt und (sportliche) Aufgaben am besten im Team gelöst werden können.

Beschlossen als Resolution auf der 115. Landesdelegiertenkonferenz der LSV NRW am 14.11.2015 in Winterberg

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