Resolution: Argumente gegen die Schulzeitverkürzung (G8)

Das Jahr, dass durch G8 in der Mittelstufe wegfällt wir über die gesamte gymnasiale Schulzeit hinweg durch eine Erhöhung der Wochenstunden kompensiert. Die Folgen der allmählichen Aufstockung des Unterrichts auf mindestens 34 Wochenstunden hat weitreichende Konsequenzen für die Kinder, für das gesamte Familienleben und die Termin- und Freizeitgestaltung. Zusätzlich zu den Unterrichtsstunden kommen die Hausaufgaben, die insbesondere in den ersten Jahren an den Gymnasien bei den meisten Kindern nicht ohne Mithilfe der Erziehungsberechtigten erledigt werden können. Viele Eltern versuchen dies durch überteuerten Nachhilfeunterricht zu kompensieren, Familien die keine Finanziellen Mittel dafür haben, bleiben auf der Strecke.

Die Konsequenz wird sein, dass das Leistungsniveau weiter absinken wird und weit weniger Kinder das Abitur am Gymnasium bestehen werden. Um den geforderten Leistungsansprüchen gerecht werden zu können, sind bei etlichen Kindern wieder begleitende Maßnahmen, zeit- oder phasenweise, unentbehrlich. Dabei handelt es sich bei dieser Zielgruppe fast ausschließlich um Schüler mit einer Gymnasialempfehlung, also Kinder die Grundvoraussetzungen für ein Abitur mitbringen. Die Gruppe derer, die momentan ohne jegliche „Mithilfe“ auskommt ist viel zu klein!
Für SchülerInnen die einen Jahrgang wiederholen müssen und die jetzt von der normalen in die verkürzte Schulzeit mit dem u.a. noch zusätzlich veränderten Sprachkonzept wechseln müssen, ergeben sich, abgesehen von der psychischen Belastung, weit reichende zusätzliche Folgeprobleme. Ohne drastische Hilfsangebote, wie z. B. Nachhilfe- und/oder Förderunterricht, führt diese Situation zum Schulformwechsel unter dem Verlust des sozialen Umfeldes – häufig mit schlimmen Folgen.
Unsere Vorstellung eines Konzepts der „Inklusiven Ganztagsgesamtschule“ schließt ein pädagogisch begründetes „Sitzenbleiben“ aus.
Die zunehmende Anzahl von „Schulverweigerern und Schulversagern“ ist mindestens genauso besorgniserregend, wie die steigende Anzahl der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten! Auch In dem Fall wirkt sich die Schulzeitverkürzung, ohne jegliches pädagogische Konzept, absolut kontraproduktiv aus. In diesem Zusammenhang muss das Thema Mobbing auch aufgeführt werden. Häufig sind gerade die sog. Schulverweigerer, -versager, -abbrecher oder SchülerInnen mit vielfältigen Schwierigkeiten in der Opferrolle zu finden. Es wird schon generell ein „Werteverfall“ und Rückgang des Sozialverhaltens beklagt, warum also mit der Schulzeitverkürzung noch das Feuer schüren?
Nach wie vor mangelt es an einem durchgängigem Gesamtkonzept, das die bevölkerungspolitischen, kulturellen und sozialwissenschaftlichen Gegebenheiten, unter Einbeziehung pädagogischer und didaktischer Aspekte berücksichtigt.

Beschlossen auf der 100. Landesdelegiertenkonferenz am 28.November 2010

Wir sind mehr wert!

falt-unter-smallSo lautet der Titel unserer Kampagne gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems. Es fehlt an allen Ecken: Zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Schulsozialarbeit, marode Schulgebäude, schlechte Ausstattung, vielerorts gibt es nicht einmal spezielle ÖPNV-Tickets für Schüler*innen.
Mehr Infos zum Thema und unseren Forderungen sind zu finden in unserem
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