Spiel mit der Zeit – Der Runde Tisch G8 lähmt NRW

ResolutionAls LandesschülerInnenvertretung NRW (LSV NRW) kritisieren wir, dass die Diskussion um das Turbo-Abitur am Runden Tisch auf die nächste Legislaturperiode des Landtages verschoben wurde. Dies hat der Runde Tisch am 25. Oktober im Schulministerium beschlossen. Durch diese Verzögerung ist eine Umstellung zu einem anderen System (wenn überhaupt) unserer Meinung nach frühestens zum Schuljahr 2018/2019 möglich. Damit wird eine wichtige bildungspolitische Entscheidung, ohne Rücksicht auf die SchülerInnen, die nun weiter unter G8 leiden müssen, vertagt.

Statt im Runden Tisch über mögliche Alternativen zu diskutieren, wurden lediglich Aspekte für mögliche Alternativen gesammelt. Selbstverständlich haben wir nicht erwartet, dass der Runde Tisch zu einem klaren Ergebnis kommt, aber wir hätten nicht gedacht, dass die Diskussion einfach um sieben Monate vertagt wird.
Als LSV NRW stehen wir G8 ablehnend gegenüber. Wir fordern allerdings auch keine Rückkehr zu G9, sondern ein flexibles System. Dies soll in Form einer flexiblen Oberstufe umgesetzt werden, in der die SchülerInnen je nach individuellem Lerntempo zwischen zwei und vier Jahren verweilen können. Diese flexible Oberstufe soll durch individualisierte Lernzeiten dazu beitragen, dass SchülerInnen sowohl den schulischen Stoff in ihrem eigenen Tempo bearbeiten können, als auch ihren Hobbys und ihrem Engagement ausreichend nachgehen können.
Jedoch sieht die LSV NRW auch das Volksbegehren der Elterninitiative „G9 NRW jetzt“ kritisch. Denn Abitur nach 13 Jahren ohne gebundenen Ganztag klingt eher nach einem Schritt zurück. In der Ganztagsschule soll nicht einfach nur der Unterricht verlängert werden, was vielfach damit assoziiert wird, sondern es sollen individuelle Lernmöglichkeiten und außerschulische Aktivitäten angeboten werden. Was der Initiative auch nicht klar zu sein scheint: Gerade Ganztagsschulen führen zu mehr Chancengerechtigkeit im Schulsystem.

Wir sind mehr wert!

falt-unter-smallSo lautet der Titel unserer Kampagne gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems. Es fehlt an allen Ecken: Zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Schulsozialarbeit, marode Schulgebäude, schlechte Ausstattung, vielerorts gibt es nicht einmal spezielle ÖPNV-Tickets für Schüler*innen.
Mehr Infos zum Thema und unseren Forderungen sind zu finden in unserem
Faltblatt (pdf, 799kB), das auch kostenfrei bestellt werden kann.