Keine Toleranz der LGBTIQ*-Feindlichkeit!

Stellungnahme der LSV NRW zu den Äußerungen Sarah Beckhoffs (CDU)

Mit Entsetzen musste die Landesschüler*innenvertretung NRW am 4.2.2017 mehrere unhaltbare Äußerungen von Frau Sarah Beckhoff, Vorsitzende der Jungen Union Dortmund und CDU-Listenkandidatin für die NRW-Landtagswahlen, vernehmen. In diesen sprach sie diskriminierend und abwertend über Intersexuelle.
Die LSV NRW veranstaltete am vergangenen Samstag, den 4. Februar 2017, eine Podiumsdiskussion im Rahmen ihrer 120. Landesdelegiertenkonferenz. Hierzu waren Vertreter*innen der CDU, FDP, B’90/GRÜNE, Piraten und LINKE in der Jugendherberge Dortmund zusammengekommen. Dabei hatten die anwesenden Schüler*innen gegen Ende der Diskussion die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen. An alle Vertreter*innen wurde so auch die Frage gestellt, wie ihre Parteien sich zur geschlechtsneutralen Sprache und zur Frauen- bzw. LGBTIQ*-Quote positionieren.

Anlass war das erst kürzlich beschlossene Geschlechterstatut der LSV NRW, durch das Personen aller diskriminierten Geschlechter die Möglichkeit bekommen, ihre Interessen wahrzunehmen und zu vertreten und in dem eine Frauen- und Trans*-, Intersexuellen-, Queer- und non-Binären-Quote festgelegt ist. Frau Beckhoff äußerte sich auf diese Frage zunächst abschätzig über die geschlechtsneutrale Sprache, indem sie kritisierte, dass dadurch die deutsche Sprache, die ein “Kulturgut” darstelle, “versaut” würde. Konfrontiert mit der Tatsache, dass es mehr als nur zwei Geschlechter gäbe, bezeichnete Frau Beckhoff intersexuelle Menschen als “krank”, “behindert” und nicht “funktionsfähig”.

Die Landesschüler*innenvertretung verurteilt diese diskriminierenden Aussagen von Frau Beckhoff aufs Schärfste. Vorurteile und Annahmen wie diese, dass intersexuelle Menschen “krank” seien, haben in der Vergangenheit zu großem psychischem und physischem Leid von Intersexuellen geführt, die ohne Einwilligung ihrerseits geschlechtsangleichend operiert wurden, mit der Begründung, einem Geschlecht zugeordnet werden zu müssen. Diese auch noch als „nicht funktionsfähig“ zu bezeichnen, missachtet die Menschenwürde eben jener intersexuellen Menschen und zeugt von einer biologistischen und heteronormativen Sicht auf das Geschlecht des Menschen.

Als Konsequenz dieser Äußerungen verlangt die LSV NRW eine Entschuldigung von Frau Beckhoff. Diese unwissenschaftlichen, heteronormativen und sexistischen Annahmen dürfen in der Öffentlichkeit nicht unkommentiert bleiben und müssen bekämpft werden, wenn ein gesellschaftliches Zusammenleben frei von der Diskriminierung einzelner Geschlechter gewünscht ist.

Die LSV NRW bekennt sich in ihrem Geschlechterstatut zum Feminismus und der Gleichstellung aller Geschlechter. Diese soll zurzeit als strukturelle Maßnahme durch eine Frauen, Trans-, Intersexuellen- und non-binären -Quote innerhalb der LSV verwirklicht werden. Des Weiteren setzt sich die LSV für einen geschlechtsneutralen Sprachgebrauch ein.

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