Ministerin Löhrmann spricht mit LSV über Sexismus

Nach der 107. Landesdelegiertenkonferenz (LDK) der LSV NRW, die unter der Überschrift „Let’s talk about Sex“ stand, lud Frau Löhrmann die LSV zu einem Austausch über die gesammelten Ergebnisse der brisanten Thematik ein. Ein Schwerpunkt war der Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Schule.

Frau Löhrmann nahm sich die Zeit, die Positionen eingehend mit den LSV-Vertretern zu erörtern. Der von der LSV vertretenen Position, dass Sportunterricht weiterhin verpflichtend sein sollte, stimmte Frau Löhrmann zwar zu. Aber als die Diskussion auf die zu starke Fokussierung auf Leistung sowie die Notenvergabe im Fach Sport kam, welche die LSV in der jetzigen Form ablehnt, kam es zu Dissonanzen. Das MSW befürwortet die jetzige Stellung des (benoteten) Sportunterrichts und sieht ein großes Problem in einer möglichen Abänderung.

Große Diskussionen auf der LDK hatte auch das Thema “Schwimmunterricht” ausgelöst. Die LSV berichtete eingehend über die beschriebene Problematik. Frau Löhrmann verwies auf die aktuelle Rechtsprechung, dass SchülerInnen trotz eines religiösen Hintergrunds, durch welchen die Teilnahme erschwert wird, am Schwimmunterricht teilnehmen müssen. Sie verwies hierbei auch darauf, dass die Möglichkeit der reflexiven Koedukation, d.h. Mädchen und Jungen zu trennen, durchaus bestehe. Hier, wie auch bei den auf Leistung und auf Leichtathletik fokussierten Bundesjugendspielen, waren die Positionen unterschiedlich .
Große Einigkeit herrschte jedoch bei dem Punkt sexuelle Gewalt. Besonders konstruktiv war die Debatte um Lösungsvorschläge wie Schule damit umgehen kann. Alle stimmten zu, sich auf diesem Gebiet mehr zu vernetzen, um bessere Hilfen / Strukturen für Betroffene (schnelle fachliche Unterstützung vor Ort) zu schaffen.
Sehr erfreut war die LSV, dass Frau Löhrmann ihnen hierzu Material zukommen lässt. Die LSV stellte in diesem Zusammenhang ihren Info-Rucksack mit Materialien (Unterrichtsmaterial, Basisinfos, u.v.m.) über sexuellen Missbrauch vor. Jede BSV kann die Materialien unentgeltlich bei der LSV ausleihen. Auch begrüßte Frau Löhrmann die dazu angedachten Hilfen ( das Thema in die Schulkonferenzen zu holen und die LehrerInnen verstärkt auf die Thematik aufmerksam und zu AnsprechpartnerInnen zu machen).
Ebenso wurden die Themen Homophobie und Rollenbilder besprochen, sodass auch dort künftig geschaut wird, wie diese Themen besser im Unterricht behandelt werden können. Alle Schulen sind eingeladen, sich am Netzwerk gegen Homophobie zu beteiligen.
Besonders im Bereich Anti-Sexismus waren sich alle Beteiligten einig, dass noch sehr viel Überzeugungsarbeit in den Schulen geleistet werden muss.

Johannes Trulsen, Vorstandsmitglied der LSV NRW, resümierte: „Es war sehr produktiv, dass wir uns über einen Themenkomplex so lange austauschen konnten, diesen Austausch wollen alle Beteiligten auch gerne fortführen. Aus dieser Erfahrung hoffen wir auf noch mehr Gesprächsangebote zu unseren Themen.“

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