LandesschülerInnenvertretung fordert flexiblere Oberstufe!

Die LandesschülerInnenvertretung NRW begrüßt die ausführliche und sehr differenzierte Stellungnahme des Düsseldorfer Geschwister-Scholl-Gymnasiums zu den Empfehlungen des Runden Tisches G8/G9 und setzt sich ebenfalls gegen eine Schulzeitverkürzung im Gymnasium ein. „Wir fordern ein Schulsystem, indem die SchülerInnen frei von Leistungsdruck, Stress und Turboabi lernen und leben können. Dies lässt sich z.B. durch eine flexible gymnasiale Oberstufe umsetzen, in der die SchülerInnen je nach ihrem Lerntempo zwischen 2-4 Jahren verweilen können“, so Frederic Koch, Mitglied im Landesvorstand der LSV NRW. Diese flexible Oberstufe soll durch individualisierte Lernzeiten dazu beitragen, dass SchülerInnen sowohl den schulischen Stoff in ihrem eigenen Tempo bearbeiten können, als auch ihren Hobbys entsprechend nachgehen können. So bleibt außerdem ein Zeitraum, in welchem SchülerInnen endlich, ohne um ihr Abitur bangen zu müssen, ein Auslandsjahr machen können.

Das Idealbild einer Schule ist für die LSV jedoch die Inklusive Ganztagsgesamtschule (IGGS). In der IGGS lernen und leben alle SchülerInnen miteinander, um von ihren jeweiligen Stärken und Persönlichkeiten profitieren zu können. Dabei soll Schule nicht nur Lernraum, sondern auch Lebensraum sein, der durch Arbeitsgemeinschaften, sportliche, kreative und musische Angebote bereichert wird. Schlussendlich ist die IGGS eine Schule für alle, die das dreigliedrige Schulsystem auflöst. Durch die so entstandene heterogene SchülerInnenschaft können die SchülerInnen u.a. lernen, die Vielfalt als Bereicherung und Chance zu sehen.

Die Empfehlungen des Runden Tisches sind aus Sicht der LSV allenfalls kosmetische Maßnahmen, um das bestehende System schönzureden, teilweise entsprechen sie sogar der bereits bestehenden Gesetzeslage. Eine wirkliche Reduzierung der Belastungen für SchülerInnen werden die Änderungen nicht bringen. Möchte man SchülerInnen ernsthaft entlasten, führt nach wie vor kein Weg daran vorbei, sich ebenso wie Niedersachsen von G8 zu verabschieden. Nur so kann sichergestellt werden, dass SchülerInnen genug Zeit haben, das Abitur auch ohne Nachhilfe und Stress machen zu können und dabei ihre Persönlichkeit auch außerhalb der Schule frei zu entfalten, sei es beim Sport, in der Musikschule oder beim Treffen mit FreundInnen.

Die LSV NRW wird sich weiterhin gegen G8 einsetzen, wie es ein Großteil der SchülerInnen fordert. Sie hofft, dass die Landesregierung die weiter wachsende Kritik an G8 endlich ernst nimmt und Alternativen ermöglicht.

Wir sind mehr wert!

falt-unter-smallSo lautet der Titel unserer Kampagne gegen die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems. Es fehlt an allen Ecken: Zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Schulsozialarbeit, marode Schulgebäude, schlechte Ausstattung, vielerorts gibt es nicht einmal spezielle ÖPNV-Tickets für Schüler*innen.
Mehr Infos zum Thema und unseren Forderungen sind zu finden in unserem
Faltblatt (pdf, 799kB), das auch kostenfrei bestellt werden kann.